Anker SOLIX Solarbank 2 – Smart Meter installiert und ausprobiert

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Vor 1,5 Wochen startete die neue Anker SOLIX Solarbank 2. Direkt zum Marktstart habe ich euch von meinen ersten Erfahrungen als absoluter Solar-Neuling berichtet. Gerade die kinderleichte Installation und Einrichtung des Systems in der App gefielen mir sehr gut. Und das, obwohl ich hier aufgrund der ganzen negativen Rückmeldungen zur ersten Solarbank und Problemen mit der App und Updates sehr skeptisch und unsicher war.
Doch Tatsache ist, dass das gesamte Balkonkraftwerk mit Speicher – wobei es bei mir im Garten steht und nicht am Balkon – innerhalb kurzer Zeit stand, lief und es seitdem auch keine großen Probleme gibt.

Was mir dann tatsächlich nicht so leicht fiel, war die manuelle Einstellung der Leistungsabgabe ins Hausnetz. Diese lässt sich für jeden Tag, halbstündlich genau einstellen. Aber wie hoch der Strombedarf zu welcher Zeit ist, wusste ich schlichtweg nicht. Ich habe mich dann letztlich vor meinen Stromzähler gestellt und geschaut, ab welcher Leistungsabgabe dieser eine Einspeisung ins Netz – also in das des Netzbetreibers – anzeigt. Aber das war dann natürlich jedes Mal nur eine Momentaufnahme.

Installation Smart Meter

Und obwohl einige Solarbank 1 Nutzer sich ja schon über die sehr genaue Einspeiseeinstellung freuen, geht es natürlich mit der Anker SOLIX Solarbank 2 noch besser – dank Smart Meter.

Im Unterschied zum restlichen System kann – oder sollte – dieser nicht selber installiert werden. Hierfür sollte man sich schon eine entsprechende Fachkraft gönnen.
Denn das Smart Meter wird im Zählerschrank montiert und misst dann den tatsächlichen Strombedarf in Echtzeit und gibt dies an die Solarbank 2 weiter. Eine manuelle Steuerung, bzw. zeitgesteuerte Einspeisung festgelegter Abgaben entfällt somit. Es wird das von der Solarbank 2 angefordert, was an tatsächlichem aktuellen Strombedarf im Haushalt besteht.

Anker SOLIX Solarbank 2 Smart Meter Installation
Anker SOLIX Solarbank 2 Smart Meter Installation

Das Smart Meter greift auf allen 3 Phasen den Strombedarf ab. Rein theoretisch – da die Frage öfter gestellt wurde – sollte die Funktionalität auch mit einer Phase sichergestellt sein. Dabei wird dann nur ein Stromwandler (CT L1) angeschlossen.

Aktualisierung 04.06.2024:

Da ich nun mal keine Elektrofachkraft bin und viele Fragen zu dem Thema EInbau kommen, habe ich hier ein wirklich hervorragendes Video vom Kanal „Die Elektromeister“. Besser erklären kann man es glaube ich nicht:

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Quelle: Die Elektromeister

Anschließend wird das Smart Meter als Gerät in der Anker App eingerichtet.

‎Anker
‎Anker
Entwickler: Power Mobile Life LLC
Preis: Kostenlos

Überrascht waren wir – der Elektriker meines Vertrauens plant und baut beruflich PV-Anlagen – wie schnell das Smart Meter den tatsächlichen Strombedarf des Haushaltes misst und regelt. Wir haben hier zu Testzwecken mal große Verbraucher (in dem Fall die Waschmaschine und den Geschirrspüler) spontan zu- oder abgeschaltet. Innerhalb der von Anker versprochenen <3 Sekunden wurde der geänderte Strombedarf in der App angezeigt und entsprechend die Einstellungen korrigiert.

Da auch hier schon die ersten Fragen kamen, wie der Strombedarf dann vom System gedeckt wird und ob gleichzeitiges Laden der Solarbank 2 und Einspeisen ins Hausnetz möglich ist, hier ein paar Beispiele:

Beispiel 1: Strombedarf Haushalt 500 W

Das Smart Meter signalisiert der Solarbank 2 die 500 W Bedarf. Wenn die Solarmodule in diesem Moment 500 W oder mehr bereitstellen können, wird damit der Haushaltsbedarf direkt abgedeckt. Alles was über die 500 W hinausgeht, wird zudem in der Solarbank 2 gespeichert.
Können die Solarmodule – z.B. aufgrund schlechtem Wetter – nur 200 W abdecken, dann werden zusätzlich 300 W aus dem Speicher der Solarbank abgerufen.

Beispiel 2: Strombedarf Haushalt 250 W bei Nacht

Da über die Solarmodule kein Strom direkt bereitgestellt werden kann, werden die 250 W direkt aus dem Speicher der Solarbank 2 bereitgestellt.

Beispiel 3: Strombedarf > 800 W

Solarmodule und Solarbank liefern – sofern möglich – die 800 W. Eine höhere Abgabe über den Wechselrichter ins Hausnetz ist bekanntlich rechtlich nicht möglich.

In allen Fällen gilt: Kann der Bedarf weder durch Solarmodule, noch (zusätzlich) durch die Solarbank 2 abgedeckt werden, wird (zusätzlich) auf die normale Netzversorgung zurückgegriffen.

Erstes Fazit Smart Meter

Auch wenn das Smart Meter bei mir erst seit 4 Tagen im Einsatz ist, bin ich ziemlich begeistert. Nicht umsonst betone ich immer wieder, dass ich absoluter Neuling im Bereich Balkonkraftwerk bin. Und nachdem es im letzten halben Jahr hier in den Kommentaren und in unserer Community auch noch ziemlich viel Kritik gab zur Solarbank 1, war ich doch verdammt skeptisch, ob ich das mit Installation und vernünftiger(!) Konfiguration hinbekomme.

Doch mit dem Smart Meter muss man sich keine Gedanken machen. Das Ding nimmt einem jegliche Überlegungen und Auswertungen hinsichtlich dem täglichen Strombedarf im Hausnetz komplett ab. Ich kann über die App genau sehen, wie groß der Strombedarf ist und über welche Quellen dieser gedeckt wird. Innerhalb von 3 Wochen wurde ich somit vom Skeptiker zum echten Fan der Anker SOLIX Solarbank 2 mit Smart Meter.

Wenn jetzt mal langsam auch das Wetter etwas besser wird, kann sich das komplette System dann hoffentlich auch mal in einem echten Alltag beweisen. Spannend wird für mich dabei, wie dieses steckerfertige Balkonkraftwerk den Strombedarf einer vierköpfigen Familie im Einfamilienhaus unterstützen kann. Ich werde hierzu natürlich weiter berichten.

Solltet ihr weitere Fragen zur neuen Anker SOlix Solarbank 2 und dem Smart Meter haben, dann hinterlasst gerne hier einen Kommentar oder werdet Teil unserer Community.

19 Gedanken zu „Anker SOLIX Solarbank 2 – Smart Meter installiert und ausprobiert“

  1. Kann man den Smart Meter mit der Solarbank 1 nutzen oder ist es später mal vorgesehen. Im 4 Quartal soll eine Anbindung der Solarbank 1 an die Solarbank 2 kommen ist dieses zu 100 % richtig. Würde mir gerne die 2 holen aber mit meinen 2 mal die 1 Version erweitern.

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    • Nein, man kann das Smart Meter nicht mit der Solarbank 1 nutzen.
      Über das Update im 4. Quartal haben wir ja im verlinkten Artikel bereits berichtet. Mit diesem Update lässt sich dann die SB1 als Speichererweiterung für die SB 2 nutzen.

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  2. In der Beschreibung V01 vom 28.05.24, die man derzeit noch downloaden kann, ist die Richtung der Wandler immer noch falsch herum angegeben.
    In Deinem Dokument ist es richtig:
    Die Pfeile auf den Wandlern müssen vom Haus ins Netz zeigen. Dann funktioniert es auch.

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    • Ja, die Nummer 7 der Installationsanleitung hatte uns auch verwirtt. Denn im Text links steht „in Stromrichtung“ und auf der Grafik rechts steht dann „vom Haus ins Netz“. Ich habe das auch schon an Anker weitergegeben.
      Ausprobiert habe ich beides und kann bestätigen, dass die Grafik korrekt ist!

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  3. Hallo,

    vielen Dank für deinen Bericht.
    Wie sieht der Aufbau aus, wenn man 3 Unterverteilungen mit separaten FI’s im Haus hat (Untergeschoss, Obergeschoss, Garage)?
    Die Klemmen müssen in diesem Fall vor den FI’s sitzen. Wo schließt man aber das Smartmeter an, damit der Gesamtverbrauch aller FI’s berücksichtigt wird?

    Vielen Dank schon mal für die Rückmeldung.

    VG
    Martin

    Antworten
    • Richtig, die Klemmen kommen vor den oder die Fehlerstrom-Schutzschalter. Wie viele das sind, spielt ja für den Strombedarf keine Rolle. Wenn ein FI auslösen sollte, dann hat diese Unterverteilung eben 0 W Strombedarf. Der Bedarf für die beiden anderen Unterverteilungen wird aber dann trotzdem ermittelt.

      Antworten
      • Das ist mir klar. Was ist aber mit den 3 Phasen, welche direkt mit dem Smartmeter verdrahtet werden? Müssen diese auch vor den FI’s angeschlossen werden, oder können diese an einer beliebigen Stelle angeklemmt werden? Dass man auf die Richtigkeit der Phase aufpassen muss, ist mir auch klar.

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        • Achso, ich hoffe diesmal habe ich Dich richtig verstanden:
          Wo Du den Strombedarf auf den 3 Phasen abgreifst, dürfte letztlich egal sein. Denn der ist ja an jeder Stelle der Phasen gleich. Bei mir passte es vor dem (ersten) FI am besten. Da liegen die Klemmen quasi versteckt hinter dem Schutzschalter (mittleres Bild).

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  4. Ja, genau das meinte ich. Handelt es sich bei diesen drei verdrahteten Kabeln, welche an den jeweiligen drei Fasen angeschlossen werden „nur“ um Stromversorgungen? Wird z.B. beim Anklemmen dieser drei verdrahteten Kabel, nach dem FI des Obergeschosses, trotzdem AUCH die Verbrauchte Leistung des Untergeschosses und der Garage erkannt, welch auch jeweils mit einem separaten FI abgesichert sind?

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    • Die 3 Stromwandler des Smart Meter sind letztlich elektromagnetische Spulen, die den Strom messen. Im Grunde genau dasselbe, was Dein Stromzähler macht (mit dem Unterschied, dass dieser keine Spulen nutzt).
      Ein FI ändert ja nicht den Strombedarf (außer er löst aus 😉 ). Insofern dürfte das egal sein.
      Aber ich bin auch kein Elektriker, der das Smart Meter selber angeschlossen hat. Dies sollte unbedingt durch eine Fachkraft erfolgen, damit man auch richtige Werte erhält und das System einwandfrei funktioniert.

      Aktualisierung:
      Ich habe ein wirklich hervorragendes Video gefunden, welches den Einbau sehr detailliert erklärt und dieses auch im Artikel eingebunden.

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  5. Hallo und danke für deinen Bericht.
    Amortisationszeiten bei derartigen Akkusystemen würden sich massiv optiomieren lassen, wenn man die Akkus auch netzdienlich aufladen kann, bspw. in der Nacht zu günstigen Tarifen, wenn man bereits jetzt schon einen dynamischen Stromtarif nutzt. Damit kann man dann auch im Winter den Akku gut nutzen und teuren Preisen entgegen wirken.
    Daher meine Frage: Ist das Aufladen des Akkus auch ohne Sonnenenergie,also im Netzbezug möglich?

    Antworten
    • Nein, die Möglichkeit die Solarbank über das Netz zu laden, ist nicht vorgesehen.
      Hier verweise ich gerne auf unseren Beitrag „LADEGERÄT FÜR DIE SOLIX E1600“ (https://www.anker-blog.de/news/ladegeraet-fuer-die-solix-e1600/) wo unsere Elektro-Experte Holger das Thema schon mal aufgegriffen und eine Bastler-Lösung präsentiert hat.
      Inwiefern diese auch für die Solarbank 2 nutzbar ist, kann ich nicht sagen. Auch einen Test muss ich hier leider meinerseits ausschließen. Denn für dieses Szenario ist die Solarbank 2 schlicht nicht konstruiert und es dürfte doch eher ein „Nischen-Fall“ sein.

      Antworten
      • Hallo Marco, danke für die schnelle Antwort.
        Schade, dass Anker diese Funktion nicht integriert hat. Damit ist die Retabilität des Systems leider für mich raus.
        Netzdienliche Speicher sind übrigens alles andere als eine Nische, sondern Teil der Lösung für die Energiewende. Bisher kenne ich jedoch keinen Hersteller, der dies für Steckersolargeräte anbietet. Für PV Groß- und Hausanlagen ist dies etabliert. Unternehmen, wie bspw. 1 Komma 5°, bieten hier Komplettlösungen.

        Antworten
        • Danke für den Hinweis.
          Du willst also den Speicher nachts mit günstigem Strom laden, um tagsüber den günstigen Strom vom Speicher zu beziehen, statt den teureren über das Stromnetz?
          Das lohnt sich natürlich vor allem bei entsprechender Speicherkapazität denke ich. Und da dürfte es mit der Amortisation doch dann ähnlich langjährig sein, wie es als Kritikpunkt so schon oft angebracht wird.
          Oder sind die Unterschiede da so erheblich, dass eine Amortisation deutlich schneller möglich ist?
          In dem Fall wäre aber weniger ein Solarspeicher die Lösung, sondern ein „Stromspeicher“ oder sehe ich das falsch?

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  6. Vielleicht blöde Frage:
    Bei einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus:
    Wird der Smart Meter im Keller beim Hauptzähler der jeweiligen Wohnung installiert oder im „kleinen“ Stromkasten in der Wohnung?

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  7. Ich beziehe dynamischen Stromtarif von Tibber und nutze Pulse zum ermitteln des Verbrauches. Pulse ist auf dem Stromzähler magnetisch befestigt und hat die gleiche Aufgabe wie das Smart Meter. Würde die APP meinen Pulse erkennen?

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    • Nein.
      Aktuell ist uns nicht bekannt, dass außer dem eigenen Smart Meter andere Messinstrumente von der Anker App, bzw. der Solarbank 2 unterstützt werden. Bei Anker prüft man allerdings inwieweit dies zukünftig – insbesondere mit Shelly – möglich sein könnte.

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  8. Hallo,
    passiert der Datenaustausch zwischen dem Anker Smart Meter und der Solix2 local über das Haus Wlan ohne Internet, oder ist zwingend ein online Internetverbindung nötig? Sprich was passiert wenn kein Internet vorhanden ist geht dann die Regelung immer noch?

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    • Laut Info von Anker läuft der Austausch lokal über das heimische WLAN.
      So lange das Smart Meter läuft, wird die Solarbank 2 darüber gesteuert. Sollte die Verbindung getrennt werden, wechselt die Solarbank 2 in den benutzerdefinierten Modus, bei dem die Einspeisung zeitgesteuert eingestellt wird.

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