Für den soundcore Liberty 5 Pro Max Test konnte ich die neuen Kopfhörer von soundcore by Anker mehrere Wochen ausgiebig im Alltag testen. Wie gewohnt, handelt es sich hier also vor allem auch um einen Erfahrungsbericht und keinen bloßen Labortest. Ich habe die Liberty 5 Pro Max in typischen Bürosituationen genutzt, also Telefonie oder Video-Calls, unterwegs auf Reisen mit Flieger und Bahn oder auch einfach zuhause beim Schauen von Videos auf dem Tablet oder in Ruhe meine Musik genießen und einfach mal abschalten.
Hinweis:
Die Liberty 5 Pro Max und die Liberty 5 Pro unterscheiden sich ausschließlich durch das Case und die damit verbundenen Funktionen. Die Kopfhörer selber sind technisch identisch.
Bereits im Vorfeld der Vorstellung der neuen Liberty 5 Pro Max hatte soundcore seine neuen Flaggschiff Lautsprecher mächtig gehyped. Ich reagiere – ist vielleicht auch dem Alter geschuldet 😉 – auf so etwas inzwischen dann fast eher skeptisch. Wobei das negativer klingt, als es gemeint ist. Aber seien wir mal ehrlich, überall springen einen Marketing-Slogans und Buzzwords an – meist kombiniert mit den Buchstaben KI (oder englisch AI) – und oft versteckt sich dahinter nichts, was man als Nutzer dann so wirklich bewusst wahrnimmt.
Und auch bei soundcore stellte man den neuen THUS KI-Chip prominent in den Vordergrund. Er wurde für lokale KI-Berechnungen direkt im Gerät entwickelt und liefert eine bis zu 150-mal höhere KI-Rechenleistung bei der Verarbeitung von KI-Funktionen wie Noise Cancelling, Anrufen und Soundqualität.
Und dieser – übrigens in Deutschland gefertigte – KI-Chip sorgt tatsächlich für den Nutzer unmittelbar wahrnehmbare – oder besser, hörbare – Funktionen.
Aber alles der Reihe nach. Oder, wenn ihr es anders wünscht, einfach über die folgende Übersicht zu den Punkten springen, die euch interessieren.
Für alle mit wenig Zeit und „Lesefaule“ gibt es (sehr ) kurze, knappe „TL;DR* Zusammenfassungen“ am Ende der jeweiligen Kapitel.
*TL;DR: Too Long; Didn’t Read“ (zu Deutsch etwa: Zu lang; habe ich nicht gelesen)
Unboxing & Technische Daten
Wie immer gibt es vorweg die nackten Fakten.
Lieferumfang
- soundcore Liberty 5 Pro Max
- Case
- USB A auf USB C Kabel
- 5 Silikon Aufsätze (XXs-L; Größe M als Standrad montiert)
- 3 Flügel Aufsätze (0-2; Größe 1 als Standrad montiert)
- Papeirkram (Sicherheits- und Garantiehinweise)

Technische Daten
| Technische Daten | soundcore Liberty 5 Pro Max |
|---|---|
| Besondere Merkmale | Thus™ KI-Chip + KI-Stimmrekorder + Case mit 1,78″ AMOLED Smart Display |
| Audiotreiber | 9,2mm dynamischer Treiber (Wollpapier-Bio-Membran) |
| Frequenzgang | 10Hz – 40kHz |
| Ausgangsleistung | 123dBSPL, 94dBA |
| Sound | Dolby Atmos |
| Bluetooth-Version | BT 6.1 |
| Klangqualität | Hi-Res Wireless, SBC / AAC / LDAC |
| Individueller EQ | HearID 5.0 AI-Triple-Engine |
| Aktive Geräuschunterdrückung | Adaptives ANC 4.0, 8 MEMS-Mikrofone, 360° |
| Anrufe | 10 Sensoren (8 Luftschall + 2 Knochenschall) |
| Akku | Kapazität: Ladecase: 690mAh Earbuds: 62mAh Laufzeit: ANC EIN: 6,5h (mit Nachladen über Case: 28h) ANC AUS: 12h (mit Nachladen über Case 50h) Ladezeit: Earbuds ~50 Min Ladecase ~3h Schnellladen: 5 Min. = 4 Std. max. Laufzeit |
| IP-Zertifizierung | IP55 (Earbuds) |
| Multipoint-Verbindung | max. 3 Geräte |
| Farben | Champagne, Mitternacht |
Design & Tragekomfort
Dass das soundcore Team im Hause Anker durchaus kreativ ist, hat man ja Anfang des Jahres bereits mit den AeroFit 2 Kopfhörern gezeigt. Diese haben ein Open-Ear-Design, können aber eben durch Verschieben des Ohrhörers in den Gehörgang auch Geräuschunterdrückung.
Und auch bei den soundcore Liberty 5 Pro weicht man vom Design der Vorgänger komplett ab. Aus Stil-Design, wird „Bohnen-Design“.

Dazu kommen am oberen Ende die kleinen Flügel („Fins“). Und ich muss gestehen, dass ich beim Unboxing erstmal innerlich über den Anblick gestöhnt habe. Doch in der Praxis zeigte sich sehr schnell, dass diese Flügel den festen Sitz enorm verbessern.
Meine bisherigen Erfahrungen mit In Ear Kopföhrern waren meist so, dass Soundqualität und auch Geräuschunterdrückung inzwischen auf einem sehr guten Niveau sind. Und somit „globige“ Over Ears nicht mehr unbedingt nötig, wenn man unterwegs ist. Da sind In Ears einfach handlicher. Aber der feste Sitz war bei mir lange ein Problem. Erstmalig gelöst haben das die memory Foam Aufsätze bei den HUAWEI FreeBuds Pro 4. Endlich kein Herausrutschen mehr. Aber beim schwitzigen Sport kamen auch die an ihre Grenzen. Deshalb bevorzuge ich im Fitnessstudio Open Ear Kopfhörer, wie die AeroClip oder zuletzt die AeroFit 2.
So, und dann kommen diese Liberty 5 Pro Kopfhörer mit Fins und sitzen wie eine Eins. Auch 1 Stunde am Crosstrainer – da komme ich ordentlich ins Schwitzen – konnten den Sitz nicht wirklich negativ beeinflussen. So abschätzig (Sorry) ich diese Fins beim ersten Anblick gewürdigt habe, umso mehr wertschätze ich sie inzwischen. Aber es muss ja auch nicht immer Liebe auf den ersten Blick sein. Hauptsache am Ende ist man glücklich.


Der zweite wichtige Aspekt ist natürlich der Tragekomfort. Der ist bei allen Menschen grundsätzlich subjektiv. Meine Frau und meine Tochter mögen z.B. grundsätzlich keine In Ears. Beide haben eher kleine Ohren, bzw. Gehörgänge und da drücken selbst die kleinsten Aufsätze nach einer Weile unagenehm. Wobei meine Tochter aber dann wiederum die soundcore sleep A30 gut tragen kann. 🤷♂️
Was ich damit sagen will – auch wenn ich mich wiederhole – der Tragekomfort ist einfach von Person zu Person individuell.

Ich habe grundsätzlich keine Probleme mit In Ears. Lediglich bei längerer Nutzung, wir reden hier von 4 Stunden und mehr, habe ich oft das Gefühl, dass es irgendwann unbequem wird. Man merkt dann einfach den Fremdkörper im Ohr. Und das kann dann stören.
Dank der „Pünktlichkeit“ der Deutschen Bahn hatte ich auch bei den Liberty 5 Pro mehrfach die Gelegenheit diese mehr als 4 Stunden am Stück zu testen. Ob es auch hier an den Fins liegt oder an der richtigen Krümung der Earbuds kann ich nicht sagen. Aber ich hatte nie ein unangenehmes Gefühl. Wobei ich mir nach den positiven Erfahrungen mit Memory Foam Aufsätzen statt Silikon bei den Liberty 5 Pro auch solche gewünscht hätte.
TL;DR Zusammenfassung
Mit den Liberty 5 Pro kommt ein komplett überarbeitetes „Bohnen‑Design“ mit kleinen Fins. Diese wirken beim Auspacken ungewohnt, liefern aber in der Praxis einen außergewöhnlich festen und stabilen Sitz – selbst bei intensivem Sport. Während Klang und ANC heute bei vielen In‑Ears stark sind, war der sichere Halt für die Person lange ein Problem. Memory‑Foam‑Tips wie bei den FreeBuds Pro 4 halfen, stießen beim Sport aber an Grenzen. Die Liberty 5 Pro hingegen sitzen dank der Fins perfekt und bleiben auch in Bewegung stabil.
Ich vertrage In‑Ears gut, aber nach über vier Stunden werden viele Modelle unbequem. Die Liberty 5 Pro konnte ich dank bequem so lange tragen – ohne Druckgefühl. Nur Memory‑Foam‑Aufsätze hätte ich mir zusätzlich gewünscht.
Case
Kommen wir zu dem „Max“ bei den soundcore Liberty 5 Pro Max – dem Case. Im Vergleich zu den Liberty 5 Pro bietet es ein 1,78″ AMOLED Smart Display. Dazu beinhaltet es einen KI-Stimmrekorder. Vielleicht erinnert sich der ein oder andere an den soundcore Work KI-Sprachrekorder aus dem letzten Jahr. Wofür ein extra Gerät, wenn man die Funktion auch gleich in das Case eines Kopfhörers integrieren kann, haben sich wohl die soundcore Ingenieure gedacht.
Es gibt inzwischen einige Kopfhörer mit Display. Auch die Liberty 5 Pro – ohne Max – haben ein Case mit Display. Der Mehrwert des Displays beim Case der Liberty 5 Pro Max ist die vollwertige Darstellung von Informationen. Die Bedienung und die Menüs ähneln viel mehr dem, was wir von Smartphone & Co. kennen. Damit wird die bedienung deutlich einfacher und intuitiver als bei vielen anderen kleinen Display, die lediglich über stilisierte Icons verfügen hinter denen sich dann die verschiedenen Funktionen verbergen.
So lassen sich beispielsweise Wiedergabe, Geräuschunterdrückung, Soundeffekte oder Multigeräte-Verbindung sehr bequem steuern. Und das ohne, dass man erst Icons auswendig lernen muss, hinter der sich die Funktion dann verbirgt.



Und da ja die persönliche Individualisierung heutzutage ganz wichtig ist – oder zumindest mal etwas, was viele gerne machen – lässt sich der Hintergrund des Displays individuell anpassen. Man kann also ein eigenes Foto hochladen und dieses dann als Hintergrund für das Display des Liberty 5 Pro Max Case verwenden.
Mit dem KI-Sprachrekorder lassen sich Gespräche direkt mit dem Case aufzeichnen. Das gekoppelte Smartphone ist hierzu nicht erforderlich. So lassen sich eigene Gesprächsnotizen, z.B. ein Brainstorming, ebenso aufzeichnen, wie eine Gesprächsrunde mit mehreren Teilnehmern.
Nach erneuter Verbindung mit dem gekoppelten Smarthone (oder Tablet), wird die Aufnahme auf dieses synchronisiert. Anschließend lässt sich die Audioaufnahme transkribieren. Dabei werden über 100 Sprachen unterstützt. Entweder erfolgt die Transkription anhand bestimmter Vorlagen, die das Gesprächszenario abbilden, z.B. eine Debatte, ein Interview oder auch ein Workshop. Oder man lässt die KI die Transkription automatisch erstellen. Unterschiedliche Sprecher werden dabei natürlich erkannt und können auf Wunsch in im transkribierten Text auch angezeigt werden. Außerdem lässt sich bei längeren Texten eine Zusammenfassung erstellen.


Außerdem lässt sich das Case für Face-to-Face-Übersetzungen nutzen. Dabei verwendet eine Person das Case und die andere das gekoppelte Smartphone mit den Kopfhörern. Nach dem Einstellen der zu übersetzenden Sprachen, kann man dann abwechselnd über Case oder Smartphone sprechen. Die Übersetzung wird direkt am Anschluss dann auf dem Case, bzw. den verbundenen Kopfhörern ausgegeben.




Kleiner Kritikpunkt am Case ist der Deckel und der Öffnungsmechanismus. Obwohl das Case – trotz „Hartplastik“ – insgesamt hochwertig verarbeitet wirkt, ist der geöffnete Deckel etwas wackelig. Und auch eine klassische „Sollbruchstelle“. Trägt man die Liberty 5 Pro Max in der Hosentasche und das Case öffnet sich durch Bewegung etwas, dann kann es durchaus „Knack“ machen. Hier bevorzuge ich persönlich Klappdeckel. Im Idealfall dann auch an der flachen Seite des Case.
TL;DR Zusammenfassung
Das Case der Liberty 5 Pro Max ist weit mehr als eine Ladebox: Ein 1,78″ AMOLED-Display ermöglicht die intuitive Steuerung aller Funktionen direkt am Case, inklusive personalisierbarem Hintergrund. Highlight ist der integrierte KI-Sprachrekorder, der ohne Smartphone aufnimmt, Gespräche in über 100 Sprachen transkribiert, Sprecher erkennt und Inhalte zusammenfasst – und sogar Echtzeit-Übersetzungen für Face-to-Face-Gespräche ermöglicht.
Einrichtung & Einstellungen
Kopplung
Die Kopplung der soundcore Liberty 5 Pro Max ist erst einmal genauso einfach, wie bei allen anderen Kopfhörern auch. Und doch gibt es dann noch eine Besonderheit.
Bei ersten Öffnen wird direkt der Kopplungsmodus aktiviert. Ihr könnt dann die soundcore Liberty 5 Pro Max wie gewohnt koppeln. Dazu öffnet ihr entweder die soundcore App oder aber ihr geht direkt in die Bluetooth-Einstellungen und nehmt die Kopplung dort vor.
Anschließend werden euch die Kopfhörer sowohl in eurer Übersicht verbundener Bluetooth-Geräte, als auch in der soundcore App als verbunden angezeigt.
Bei den Liberty 5 Pro Max gibt es aber noch eine Besonderheit. Denn das Case wird als eigenes Bluetooth-Gerät ebenfalls noch gekoppelt. Ihr müsst den oben dargestellten Vorgang also für das Case wiederholen. Das geht ganz einfach über die soundcore App, indem ihr dort das – noch nicht verbundene – Case auswählt. Anschließend werdet ihr wieder zum Bluetooth-Kopplungsprozess geführt und am Ende seht ihr in den Bluetooth-Einstellungen einmal die Kopfhörer und einmal das Case als verbundene Geräte.
Und auch in der soundcore App wird der Verbindungsstatus für beide Geräte jeweils einzeln angezeigt.

Solltet ihr den Kopplungsmodus manuell aufrufen wollen, z.B. um weitere Geräte zu verbinden – dann geht dies ebenfalls ganz einfach bei soundcore. Ihr findet neben dem USB-C Ladeanschluss des Cases einen runden Knopf. Öffnet einfach das Case – mit den eingelegten Kopfhörern – und drückt diesen Knopf für ca. 3 Sekunden. Auf dem Display wird euch dann angezeigt, dass der Pairing-Modus aktiv ist („Auffindbar“).
Ihr könnt die soundcore Liberty 5 Pro Max via Bluetooth-Multipoint mit gleich 3 Geräten gleichzeitig verbinden. Dabei kann die Umschaltung zwischen den Geräten entweder manuell erfolgen oder auch automatisch. Bei der automatischen Umschaltung erfolgt der Wechsel zum zuletzt verwendeten Abspielgerät.
Sofern ihr die LDAC-Wiedergabequalität gewählt habt, lassen sich lediglich 2 Geräte gleichzeitig verbinden. Ansonsten ändert sich nichts.


TL;DR Zusammenfassung
Die Kopplung ist unkompliziert und startet beim ersten Öffnen automatisch. Besonderheit: Das Case wird als eigenständiges Bluetooth-Gerät behandelt und muss separat gekoppelt werden. Praktisch: Multipoint-Verbindung mit bis zu drei Geräten gleichzeitig wird unterstützt.
soundcore App
Ich bin weiterhin ein großer Fan der soundcore App und der Möglichkeiten, die man hier hat. Zumal die Einstellungen klar und übersichtlich dargestellt sind. Auch Neulinge finden sich in der soundcore App schnell zurecht und gelangen ohne große Suche zu den gewünschten Einstellungen.
Die Liberty 5 Pro Max und das Case sind in der Geräteliste gruppiert angezeigt. Ihr könnt dann umittelbar auf das Case zugreifen oder aber auf die Kopfhörer und die zugehörigen Einstellungen.
Beim Case steht als direkte Auswahl entweder die Änderung des Hintergrundbildes zur Verfügung oder der Zugriff auf den KI-Notizblock. Beim Notizblock seht ihr dann die Übersicht aller Dateien. Diese könnt ihr aufrufen und habt dann die Audioaufnahme und Transkription, die dann weiter bearbeitet werden kann.
Außerdem habt ihr oben rechts in der Ecke den Zugriff auf eure Konto-Informationen zum Sprachrekorder. Hier seht ihr die verfügbaren Abos und Pakete (s.a. Preis & Verfügbarkeit), den Transkriptionsverlauf oder auch die Synchronisationseinstellungen mit der Cloud und ggfs. weiteren Apps.

Bei den Kopfhörern erwartet einen zunächst einmal eine schöne Übersichtliche Startseite mit den wichtigsten Informationen und Funktionen.
Angefangen bei einer großen, deutlichen Darstellung des Ladezustandes beider Kopfhörer und Case. Darunter die Einstellungen für Umgebungsgeräusche, also das Active Noise Cancelling (ANC). Je nach gewähltem Modus stehen hier dann weitere Optionen zur Verfügung, die aber nur dann eingeblendet werden. Klar, übersichtlich, sehr gut gelöst! Als nächstes folgt dann der Punkt Soundeffekte. Also das, was früher mal der Eqaulizer war. Der lässt sich auch hier als 8-Band-Equalizer manuell einstellen. Viel einfacher geht es aber über die 4 vordefinierten Presets, die KI-Klangverbesserung oder Dolby Audio mit Head Tracking.



Wer es noch individueller und gleichzeitig einfacher möchte, der greift auf HearID zurück. Das ist letztlich ein Hörtest, mit dem dann – je nach Ergebnis – der Sound angepasst wird. Es ist nun mal kein Geheimnis, dass mit fortschreitendem Alter die hohen Frequenzen immer weniger wahrgenommen werden. Im Weiteren werden euch dann immer zwei Kangmuster zur Auswahl gegeben, bei denen ihr euch für euren Favoriten entscheidet. Am Ende steht dann euer individualisiertes HearID Profil.
Abgerundet wird die Startseite mit den Einstellungen zur Steuerung der Liberty 5 Pro Max. Diese ist nämlich nicht nur per Gesten möglich, sondern auch mit Sprache.



Geht ihr dann oben rechts auf das Zahnradsymbol für weitere Einstellungen, findet ihr weitere praktische Funktionen wie die Trage-Erkennung, die Multigeräte-Verbindung, den Klangmodus (LDAC), die Smart Chat Funktion oder einen Passformtest.
Was es noch gibt, ist ein Hörschutz für das Einstellen einer sicheren Lautstärke. In Kommentaren zu Testberichten zu Kopfhörern ist mir schon öfter die Frage nach so einem Lautstärke-Limit begegnet. Zum Beispiel von Eltern, die hier einfach darauf achten wolle, dass die Ohren der Schützlinge bereits in jungen Jahren nicht zu sehr belastet werden.
Alle Funktionen sind klar beschrieben, haben zusätzliche Erläuterungen und einen leicht verständlichen Ablauf (wie bei HearID). Und genau so sollte eine App meiner Meinung nach sein!
TL;DR Zusammenfassung
Die soundcore App ist übersichtlich und intuitiv gestaltet: Case und Earbuds werden getrennt verwaltet, mit direktem Zugriff auf alle relevanten Funktionen. Besonders stark ist die Klanganpassung – von 8-Band-EQ über Dolby Audio mit Head Tracking bis hin zum persönlichen HearID-Hörprofil. Weitere Features wie Trageerkennung, LDAC oder Multipoint-Verbindung sind ebenfalls komfortabel erreichbar.
Sound & ANC
Klang
Für meinen Soundcheck setze ich inzwischen auf eine feste Playlist – ein Mix aus Pop, Power‑Vocals und epischen Scores. Shivers von Ed Sheeran, Adeles Easy On Me, Yellow von Coldplay, Jam von Michael Jackson und das Game of Thrones-Theme decken dabei alles ab, was ein Kopfhörer können muss.

Mein HearID Test hat ergeben, dass ich ein „natürlich ausgewogenes“ Hörprofil bevorzuge. Das bedeutet in der Praxis dann auch keine extreme bei den Höhen und Bässen. Und trotzdem – oder gerade deshalb – bot sich mir ein tolles Klangerlebnis mit den Liberty 5 Pro Max.
Durch mein Hörprofil waren es gerade die „Hohen Mitten“, die den Klang bei den Test-Songs bestimmten. Dadurch war Adelles Stimme kristallklar. Und gerade wenn sie in ihrer unvergleichlichen Art mit hoher Stimme das „Easy“ anstimmt, ist dieses klare Hörerlebnis zu spüren. Gleiches gilt für das Intro bei Yellow. Man glaubt der Gitarre gegenüberzusitzen und kann förmlich vor dem inneren Auge sehen, wie jeder String angeschlagen wird. Auch wenn ich gerne elektronische Musik mag, so sind es doch inzwischen – liegt vielleicht wieder am Alter… – diese Feinheiten, die es für mich ausmachen.
Gleichzeitig zeigt sich aber auch der Charakter des Sets: Während Adeles hohe Stimme leicht in den Gehörgang fliegt, gibt der E-Bass dem ganzen erst den vollen Gehalt. Beim aktiven Hören kann man hier die beiden Tonlagen herrlich erkennen. Beim einfachen Musikgenuß – der außerhalb eines Tests natürlich im Vordergrund steht – fügt sich dann alles zu dem Gesamtklangbild zusammen, was sich die Künstler dabei wohl gedacht haben.
Wenn der King of Pop mit seinem Jam loslegt, dann kommt so ziemlich alles zusammen. Nein, alles fügt sich zusammen! Die pulsierende Bass-Drum, die exzellenteStimme, die Wechsel in der Lautstärke bei jedem „Jam“.
Apropos Bass, beim Game of Thrones-Titelsong legen die Tiefen dann richtig los: satt, kräftig, spürbar, aber ohne Dröhnen oder Überladen. Selbst bei voller Lautstärke blieb der Sound bei mir stabil und klar, ohne zu verzerren.
Vergeich Liberty 4 Pro & HUAWEI FreeBuds Pro 5
Die Liberty 4 Pro haben mir klanglich bereits sehr gut gefallen. Aus meiner Sicht waren es bislang immer die Bässe, die bei den soundcore Audioprodukten dominant waren. Und auch die Liberty 5 Pro Max reihen sich hier nahtlos ein.
ABER….sie heben sich aus meiner Sicht auch gleichzeitig von den bisherigen Produkten ab. Sie sind erwachsener geworden. Spielen jetzt das ganze Klangspektrum in Top-Qualität und nicht nur wummernde Bässe. Das hebt sie von den Vorgängern ab.
Und auch im Vergleich mit den bisher von mir als In Ear favorisierten HUAWEI Freebuds Pro 5 stehen sie dem Premium-Klang in nichts mehr nach. Bisher konnten die soundcore Kopfhörer vor allem durch Preis-Leistung ganz vorne mitspielen. Beim Klang musste man sich bislang noch in der 2. Reihe anstellen. Das ist aus meiner Sicht mit den Liberty 5 Pro (Max) definitiv vorbei. Der Klang ist sehr gut und hier ist nun absolut kein klanglicher Unterschied mehr zu den Top-Mitbewerbern zu sehen.
TL;DR Zusammenfassung
Dank des persönlichen HearID-Profils glänzen die Earbuds bei jedem Nutzer nach invididuellem Hörgeschmack. Adeles Stimme klingt kristallklar, Gitarren wirken plastisch und greifbar. Gleichzeitig liefern die Tiefen beim Game-of-Thrones-Theme satten, kräftigen Bass ohne Dröhnen, und Michael Jacksons Jam zeigt, wie nahtlos sich alle Klangebenen zusammenfügen.
Im Vergleich zu den Liberty 4 Pro wirken die 5 Pro Max deutlich gereifter: Statt dominanter Bässe spielt der Hörer jetzt das gesamte Klangspektrum auf Top-Niveau. Und gegenüber den bisher favorisierten HUAWEI FreeBuds Pro 5 müssen sich die soundcore-Buds klanglich nicht mehr verstecken – der einst klare Vorsprung der Konkurrenz ist Geschichte.
ANC
Das ANC konnte ich diesmal sehr ausführlich in der Alltagspraxis testen. Dabei hatte ich einen echten kleinen WOW-Überraschungsmoment. Auf einem Langstreckenflug hatte ich zunächst meine soundcore Space One Pro genutzt. Over Ears mit Kabelanschluss sind da immer noch meine erste Wahl bei 12 Stunden Flug. Aber eine gute Stunde vor der Landung habe ich dann die Liberty 5 Pro Max ausprobiert. Und ich war überrascht, wie gut auch hier das Active Noise Cancelling funktioniert. Auch hier setzt soundcore wieder die Leistung des neuen THUS Chips.
Die Umgebungsgeräusche können bei den Liberty 5 Pro grundsätzlich in 4 verschiedenen Modi angepasst werden:
- Transparenz (mit/ohne separater Windgeräuschunterdrückung)
- Normal
- Adaptiv
- Geräuschunterdrückung (mit/ohne separater Windgeräuschunterdrückung)
Bei der Geräuschunterdrückung kann man zusätzlich noch manuell zwischen 5 verschiedenen Stufen der Geräuschunterdrückung auswählen. Als zweite – automatische – Funktion gibt es den „Pendler-Multimodal“-Modus. Hier gibt es ein Flugzeug- und ein Auto-Symbol.


Und tatsächlich es ist so, dass dieser automatische Modus die Geräuschunterdrückung nochmals hörbar anders regelt. Denn meist stellt man ja einfach manuell auf das Maximum und denkt, damit sei das Bestmögliche erreicht. Das trifft bei den Liberty 5 Pro so nicht zu, wie ich deutlich feststellen konnte. Im Flugzeug werden die typischen Umgebungsgeräusche mit der Einstellung „Pendler-Multimodal“ und Flugzeug nochmal besser herausgefiltert, als wenn man die maximale manuelle Einstellung wählt. Gleiches gilt bei einer Bahnfahrt, wo ich dann das Auto (warum eigentlich Auto und nicht Bahn?) gewählt habe.
Aber zurück zu den Praxiserfahrungen. Das ANC arbeitet hervorragend. „Welt aus“ ist mit Musik fast immer möglich, auch bei Wind, den die Geräuschunterdrückung gut im Griff hat. Sofern man ein Hörbuch oder einen Podcast hört, sind laute Außengeräusche ab und an wahrnehmbar. Gleiches gilt umgekehrt bei Sprache auch. Das Problem mit dem alle (In Ear)Kopfhörer zu kämpfen haben, ist Sprache. Während das gleichmäßige Geräusch eines Zuges oder Flugzeuges relativ einfach zu filtern sind, funktioniert das so bei Sprache (noch) nicht. Bei Gesprächen in meinem direkten Umfeld konnte ich diese durchaus als Geräusche wahrnehmen. Zwar deutlich gedämpft, aber eben doch nicht komplett unterdrückt.
Interessanterweise gilt dies nicht für Gespräche, bzw. Ansagen, die nicht natürlichen Urpsrungs sind. Damit meine ich Wiedergaben über Lautsprecher. Seien es nun Ansagen im Bahnhof oder auch über Lautsprecher wiedergegebene Gespräche. Ich habe mich zum Beispiel direkt neben den Lautsprecher gesetzt, über den ein Hörbuch wiedergegeben wurde. Hier war die Wiedergabe (fast) nicht zu hören.
Auch den Transparenzmodus konnte ich auf Reisen ausgiebig testen. Gerade in Situationen, wo man Lautsprecherdurchsagen (die „klassische“ Bahnverspätung z.B.) nicht verpassen möchte oder eben beim Service im Flug die Kopfhörer drin lassen und trotzdem kommunizieren kann.
Leider hat dies in der Praxis so gar nicht geklappt. Ich konnte mit eingesetzten Kopfhörern im Transparenzmodus weder Gespräche führen, noch Durchsagen verstehen. Hier hoffe ich, dass soundcore durch ein Update – zum Beispiel durch Anheben der Lautstärke – nochmal nachbessert.

TL;DR Zusammenfassung
Das ANC überzeugt im Alltag auf ganzer Linie. Besonders beeindruckend: der „Pendler-Multimodal“-Modus (Flugzeug/Auto) filtert Umgebungsgeräusche noch besser als die maximale manuelle Einstellung – ein echter Mehrwert gegenüber einfachem „auf Maximum stellen“.
Insgesamt stehen 4 Modi zur Verfügung (Transparenz, Normal, Adaptiv, Geräuschunterdrückung), letzterer mit 5 manuellen Stufen.
Stärken: Gleichmäßige Dauergeräusche (Flugzeug, Zug, Wind) werden nahezu vollständig ausgeblendet – „Welt aus“ ist mit Musik fast immer möglich. Auch Lautsprecherdurchsagen werden effektiv unterdrückt.
Schwäche: Menschliche Sprache in der direkten Umgebung lässt sich – wie bei allen In-Ears – nicht vollständig herausfiltern, bleibt aber deutlich gedämpft.
Der Transparenzmodus enttäuschte leider in der Praxis: Gespräche und Lautsprecherdurchsagen waren damit kaum verständlich. Hier hoffe ich auf eine Verbesserung durch ein zukünftiges Software-Update.
Sprachqualität
Die soundcore Liberty 5 Pro wurden mit einem Guinness World Record Titel als „klarste TWS-Earbuds für Telefonate“ ausgezeichnet. Und auch hier würde ich gerne wieder einen Vergleich zu den HUAWEI FreeBuds Pro 4/5 ziehen. Hier hatte mich schon begeistert, wie gut Umgebungsgeräusche herausgefiltert werden und wie klar das Telefonat dann erfolgt. Konkret hatte ich in einem 12m² Raum bei AC/DCs Highway to hell mit gemessenen 85db einen glasklar verständlichen Anruf tätigen könnenohne, dass der Gesprächspartner etwas von der Musik mitbekam.
Hier legt soundcore noch einen nach und bedient sich dafür dem THUS Chip. Beim Telefonieren – übrigens egal ob klassische Telefonie, Messenger oder Video-Call – nehmen die Knochenschall-Sensoren das reine Sprachsignal auf. Alle Sensoren nehmen zudem die Umgebungsgeräusche aus allen Richtungen als Referenzsignale auf und liefern so genaue Geräuschcharakteristika für den THUS Chip. Dieser erkennt Geräuscharten präzise, unterdrückt Hintergrundgeräusche auf Basis von 384.000 Berechnungen pro Sekunde und bewahrt gleichzeitig die Klarheit und Natürlichkeit der Stimme.

Funktioniert in der Praxis hervorragend. Egal ob ich am Bahnhof oder Flughafen mit aktuellen Durchsagen telefoniert habe oder auch im Video-Call im Home Office den Saugroboter neben mir fahren ließ. Alle Gesprächspartner haben mir bestätigt, dass sie mich sehr gut verstehen. In einem Video-Call wurde sogar „verwundert“ darauf hingewiesen, dass man mich sogar sehr gut verstehen würde.
TL;DR Zusammenfassung
Die soundcore Liberty 5 Pro tragen den Guinness-Titel „klarste TWS-Earbuds für Telefonate“ – und das zu Recht. Dank des THUS Chips und Knochenschall-Sensoren wird die Stimme präzise isoliert, während Umgebungsgeräusche aus allen Richtungen als Referenz dienen und adaptiv unterdrückt werden.
Im Praxistest überzeugt das vollständig: Ob Bahnhof, Flughafen oder laufender Saugroboter im Homeoffice – Gesprächspartner verstanden mich stets einwandfrei, egal ob per klassischer Telefonie, Messenger oder Video-Call.
Laden & Akku-Laufzeit
Bei der Akkulaufzeit gibt soundcore 6,5 Stunden mit aktivem ANC an. Das ist per se schon kein Topwert im Marktvergleich. Leider konnte ich diese 6,5 Stunden in der Praxis auch nicht ganz erreichen. Nachdem ich zuletzt in vielen anderen Tests die Erfahrung gemacht habe, dass die Herstellerangaben sogar übertroffen wurden, war dies eine kleine Enttäuschung für mich.
12 Stunden ohne ANC – selbst wenn es in der Praxis nur 10 wären – sind dann schon vollkommen ausreichend. Aber aus Erfahrung nutzt man ANC Kopfhörer auch in den meisten Fällen mit aktiviertem ANC.
Meine Enttäuschung wurde aber durch das schnelle Laden auch schnell wieder gedämpft. Mit 5 Minuten Schnellladen kann man wieder bis zu 4 Stunden Laufzeit erreichen. Anders gesagt, wenn nach 5 Stunden Bahnfahrt der Akku langsam in die Knie geht, reicht ein gemütlicher Gang zur Toilette oder ins Bistro ☕ um anschließend wieder Musik zu hören oder seine Serie zu genießen.

In etwa einer 3/4 Stunde sind die Kopfhörer im Case wieder vollständig geladen. Beide Cases sind kabellos aufladbar. Das Case der Liberty 5 Pro Max ist zudem magnetisch. Damit kann es auch gut über eine MagGo Powerbank von Anker geladen werden.
TL;DR Zusammenfassung
Die Akkulaufzeit mit ANC liegt laut Hersteller bei 6,5 Stunden – ein unterdurchschnittlicher Wert, der in der Praxis sogar leicht unterschritten wird. Als Ausgleich punktet das Schnellladesystem: Bereits 5 Minuten laden reichen für bis zu 4 Stunden Laufzeit; ca. 45 Minuten dauert das vollständige Laden im Case. Das Case ist kabellos (Pro Max auch magnetisch per MagGo) ladbar.
Preis & Verfügbarkeit
Die Liberty 5 Pro Max gibt es auf der soundcore Webseite*, bei Amazon* und im Handel für 249,99 Euro – in den Farben Mitternacht und Champagne.
300 Transkriptionsminuten pro Monat sind inklusive.
Wenn ihr mehr benötigt, könnt ihr als flexibel Minutenpakete buchen mit 120min (2,99€), 600min (9,99€), 3.000min (59€) oder 6.000min (99€) buchen.
Wer dauerhaft mehr als 300min benötigt, kann auf ein Pro (1.200min/Monat) für 110,99€/Jahr oder Unlimited Abo für 224,99€/Jahr wechseln.

Fazit
Die soundcore Liberty 5 Pro (Max) machen richtig viel Spaß! Ich erwartete einen guten Klang, der gewohnt basslastig ausfällt, sowie eine gute Geräuschunterdrückung. Bekommen habe ich einen sehr guten Klang und sehr gute Geräuschunterdrückung. Hier wurden meine Erwartungen wirklich übertroffen – und das kam zuletzt nicht so oft vor. Gerade im Vergleich zu meinen bisherigen Favoriten von HUAWEI – den FreeBuds Pro 4/Pro 5 – muss ich gestehen, dass ich mit den Liberty 5 Pro aktuell das Lager gewechselt habe.
Was mich vor allem auch überzeugt ist der Tragekomfort mit dem sehr sicheren Sitz im Ohr. Die von mir zunächst belächelten Fins machen in der Praxis genau das, was sie sollen. Und das machen sie verdammt gut!
Optimieren könnte soundcore noch beim Transparenzmodus – hoffentlich per Softwareupdate. Außerdem könnte man für die Zukunft das Case-Design überdenken. Hier sehe ich eine Schwachstelle – im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Max bei den Liberty 5 Pro Max ist das Case mit der Diktier- und Transkript-Funktion, sowie die Möglichkeit es für die Face-to-Face Übersetzung zu nutzen. Dafür zahlt man gegenüber den Liberty 5 Pro – die als Kopfhörer technisch absolut identisch sind – satte 70€ mehr.
Wer diese Funktionen benötigt, bekommt für günstige 70€ damit eine gute Leistung. Die meisten dürften aber darauf verzichten können und sind dann bei den Liberty 5 Pro für 179,99€ preislich deutlich besser aufgehoben.
TL;DR Fazit
Die Liberty 5 Pro (Max) sind hervorragende TWS In Ear Kopfhörer mit sehr gutem Sound, sehr gutem ANC und sehr gutem Tragekomfort mit festem Sitz, auch beim Sport!
soundcore Liberty 5 Pro max – Video Review by SwagTab
Der Franz, der kann’s. Und deshalb darf er hier auch den Rausschmeisser machen. Schaut euch sein Video an!
soundcore Liberty 5 Pro Max Test
- Gesamtergebnis - 9.3/109.3/10
Zusammenfassung soundcore Liberty 5 Pro Max
Stärken:
- Sehr gute Klangqualität
- sehr gute Geräuschunterdrückung (ANC)
- sehr guter Tragekomfort mit festem Sitz (auch beim Sport)
- Viele Einstellungen und Features in der App (HearID, Wear Detection, LDAC, Multipoint)
Schwächen:
- Akkulaufzeit mit ANC
- Geöffneter Decker ist eine Schwachstelle
- Transparenzmodus zu schwach
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Finde es irgendwie amüsant, dass man sich Dienste wie Tidal aussucht weil man gerne den unverfälschten, unkomprimierten Mastersound hören möchte und dann anfängt über zig KI Geschichten das gesamte Hörerlebnis wieder zu verfälschen.
@Paul: Ich glaube nicht, dass das viele machen. TIDAL mit seinen weltweit im niedrigen einstelligen Millionenbereich liegenden Nutzern ist ja fast eher ein Nischenprodukt. Wobei Spotify immerhin seit Anfang des Jahres auch Lossless Audio bietet.
Audiophile Menschen werden sicher diesen „Mastersound“ gerne unverfälscht hören. Aber Musik – als Kunst – liegt im Auge des Betrac…ähm, Hörers. Und Geschmäcker sind nun mal verschieden. Und auch Gehör ist verschieden und ändert sich über die Jahre. Ich kann da inzwischen mitreden. 😉
Die Diskussion, die Du hier beginnen willst, erinnert mich ganz stark an die von TVs. Auch hier gab (gibt) es die aufeinanderprallenden Philosophien. Auf der einen Seite das Original Bild in 4K, wie die Filmemacher es darstellen wollen. Auf der anderen Seite Zuschauer, die Bildverbesserungen nutzen, um selbiges nach ihren persönlichen Vorlieben anzupassen.
Letztlich ist doch das Schöne an den ganzen Optionen, dass jeder frei in seiner Entscheidung ist. Niemandem wird etwas aufgezwungen. Aber allen werden viele Möglichkeiten gegeben. Und jeder darf sich frei nach seinen eigenen Vorlieben entscheiden.
Es war überhaupt nicht mein Ansinnen eine Diskussion zu starten. Ich habe lediglich meine Meinung mitgeteilt. Die Diskussion hast du mit deiner Gegenmeinung begonnen.
Selbstverständlich kann jeder nutzen was er möchte. Habe es auch niemandem verboten, lediglich meine Meinung kundgetan, wozu eine Kommentarsektion ja gedacht ist.
Tidal war hier auch nur eins von vielen Beispielen. Im Kern ging es um die Musikqualität. Und wenn sogar Dienste wie Spotify nun auch endlich mal qualitativ brauchbare musik anbieten, dann wird die Nachfrage dazu wohl da sein. Das hat auch nichts mit Audiophilie zu tun sondern einfach damit, dass 256 kbit/s auf modernen Geräten einfach Mist klingen. Da hilft auch keine KI mehr. Details die nicht da sind, sind nunmal nicht da und wenn die KI sich Details ausdenkt, dann ist dass das gleiche wie beim KI Upscaling auf dem Fernseher. Am Ende kommt dabei was ganz anderes raus als das, was der Künstler eigentlich vorgesehen hat. Stell dir vor ich will ein Bild malen und lasse die Hälfte der Details weg. Deine Aufgabe ist es die andere Hälfte der Details hinzuzufügen. Glaubst du, dass das Bild dann immernoch so wird wie ich es mir vorgestellt habe?
Ich greife Dein Bild (im wahrsten Sinne des Wortes 😉 ) mal auf. Wenn genug Deails da sind, dann lässt es sich sicher im gleichen Stil vervollständigen. Aber es ist doch genauso interessant, wenn ich es so vervollständige, wie es MIR dann gefällt.
Das übertragen auf die Musik (Beispiele hinken ja immer etwas): Jeder hat seinen individuellen Hörgeschmack. Und die Möglichkeiten der App bieten jedem die Option dies ganz nach eigenen Wünschen (mehr bass-lastig, mehr hohe Mitten, etc.) anzupassen. ODER…es eben nicht zu tun, da die Kopfhörer auch ohne individuelle Anpassung ein sehr gutes („unverfälschtes“) Hörerlebnis bieten.
Und ich bin darauf eingegangen. Gegenmeinung würde ich es nicht einmal nennen. Vielmehr habe versucht ausführlich und nachvollziehbar auf den einen (!) – interpretationsfähigen – Satz, den Du geschrieben hast einzugehen.
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