Produktvorstellung: Anker Solix Backup Auto-Switch

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Mit zunehmender Häufigkeit werden für die Stromspeichersysteme von Anker Solix richtige Ersatzstromlösungen angefragt, die sich abseits des großen X1-Heimenergiesystems bewegen. Auf der diesjährigen IFA wurde daher ein weiteres neues Gerät vorgestellt, das uns nun auch eben diesen Wunsch erfüllen soll: Den Anker Solix Backup Auto-Switch (ATS)!

Mit dieser neuen Trenneinrichtung bringt Anker Solix eine automatisierte Lösung für die Not- und Ersatzstromversorgung von Haushaltslasten auf den Markt. Bei einem Stromausfall trennt die Komponente das Haus- vom Versorgungsnetz und schaltet auf eine Ersatzstromversorgung aus dem Stromspeicher um.

In dieser Produktvorstellung möchte ich kurz auf die technischen Eigenschaften, die Installationsanforderungen sowie die Einsatzszenarien der Umschalteinrichtung eingehen.


Folgender Beitrag wurde uns als Gastbeitrag freundlicherweise von Matthias Siegel zur Verfügung gestellt. Wer mehr über Matthias oder seine Arbeit erfahren möchte, der darf Ihn gerne auf seinen Profilen besuchen.
Vielen Dank für den Beitrag!

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Wichtige Hinweise vorab: Marktstart & Installation

Regionale Verfügbarkeit

Der Backup Auto-Switch erscheint vorerst ausschließlich für den Markt in den Niederlanden. Eine speziell angepasste Version für den deutschen Markt ist für das kommende Jahr im Gespräch (Angabe ohne Gewähr).

Installationspflicht

Da das Gerät direkt im Zählerschrank an das bestehende Stromnetz angeschlossen wird, muss der Einbau zwingend durch eine qualifizierte Elektrofachkraft erfolgen. Ein Einbau in Eigenregie ist so nicht möglich. Eine Meldung über die Funktion der Ersatzstromeinrichtung ist an den Netzbetreiber zu geben. (Siehe dazu u.a. die TAB 2026 10.4 „Anforderungen an eine Einspeisung in ersatzstromberechtigte Anlagen oder Anlagenteile“)1

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Was ist der Anker Solix Backup Auto-Switch?

    Der Anker Solix Backup Auto-Switch ist ein automatischer Trennschalter (Automatic Transfer Switch / ATS) mit integrierter Messfunktion. Das Gerät wird auf einer Standard-Hutschiene im Elektroverteiler montiert und schaltet die angeschlossenen Verbraucher automatisch zwischen dem Netzbetrieb und der Notstromversorgung um.

    Fällt die Spannung im Versorgungsnetz aus, vollzieht das Gerät die Netztrennung sowie die Umschaltung auf den Stromspeicher innerhalb von weniger als 20 Millisekunden. Durch diese schnelle Umschaltzeit laufen empfindliche Verbraucher wie Router, PCs oder Steuerungsgeräte ohne Unterbrechung weiter. Das Umschalten selbst sollte bei dieser kurzen Zeit eigentlich gar nicht auffallen.

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    Gehäuse, Bedienelemente und Anschlüsse (IFA 2026 Einblicke)

      Bereits auf der IFA 2026 konnte ich einige spannende Einblicke in die Technik des Gerätes erhalten. Beachtet bitte, dass das Gerät zu diesem Zeitpunkt noch nicht erhältlich ist und viele Informationen noch ausstehen. Aus diesem Grund sind die Angaben hier zunächst ohne Gewähr und spiegeln meine persönlichen Eindrücke des Gerätes wider.

      Das Gehäuse misst 72 × 66 × 98 mm und beansprucht im Zählerschrank lediglich den Platz von 4 Teileinheiten (4 TE). Damit ist er etwa so groß wie ein 4-poliger Fehlerstromschutzschalter. Die Originalaufnahmen der IFA 2026 zeigen den genauen Aufbau der Schnittstellen und Bedienelemente:

      Auf der Vorderseite liegt ein zweipoliger Schalterhebel für die manuelle Betätigung bzw. Umschaltung zwischen Netz und Ersatzstrombetrieb. Rechts daneben befinden sich zwei physische Taster für Reset und Bypass. Darunter sind drei LEDs angeordnet, welche die Betriebsbereitschaft (Power), Systemmeldung (Status) sowie die aktive Verbindung zu den Speichern anzeigen.

      An der Ober- und Unterseite verlaufen die Schraubklemmen für Phase und Neutralleiter der Netz- und Lastseite.

      An der oberen Kante befinden sich zwei grüne RJ45-Buchsen (RJ45-1 und RJ45-2) für die Datenverbindung zum Speichersystem. Direkt darunter liegt eine Terminal-Klemme für die RS485-Kommunikation (RS485A 12V / RS485B GND).

      Dieser Aufbau ähnelt den bereits vorhandenen Smartmeter Gen 1 und Gen 2. Eine große Neuerung sind hier jedoch die beiden RJ45 Buchsen für die direkte, leitungsgebundene Kommunikation zu den Stromspeichern.

      Auf der Unterseite sind die Anschlusspunkte für die CT-Wandlerklemmen CT (PV) und CT (Grid) zu finden.

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      Funktionsweise: Netzunterbrechung und Messung

        Der Backup Auto-Switch kombiniert Leitungsschutz, die Trennung vom öffentlichen Netz (Netz-/Off-Grid-Umschaltung) und fungiert außerdem als Smartmeter zur Regelung der Stromspeicher.

        Für die Ersatzstrom-Versorgung werden aktuell nur die Solarbank Max und die Solarbank Max AC angegeben. Aufgrund der ähnlichen Architektur wird sicher auch eine Kompatibilität mit dem XE-Stromspeicher möglich sein. Dazu gibt es jedoch noch keine weiteren Informationen.

        Weiterhin unterstützt wird der Parallelverbund aus beiden Stromspeichern. Maximal zwei der Geräte können ohne Powerdock miteinander kombiniert werden und sind dabei für die Backup-Versorgung geeignet.

        Zwingend erforderlich ist dafür außerdem die feste Verdrahtung. Schuko-Steckanschluss, sowie die Wieland-Verbindung sind nicht möglich.

        Die Ausgangsleistung ist vom Aufbau des Systems abhängig:

        Einzelne Solarbank Max AC: 3500 W

        Solarbank Max AC mit BP7000: 5000 W

        Solarbank Max: 5000 W

        Eingebaut wird der Backup-Auto-Switch direkt im Hauptverteiler zwischen die vom Zähler ausgehende Zuleitung zu den Hausabsicherungen. In vielen Fällen wäre das direkt nach dem Hauptschalter.

        Über die CT-Klemmen erfolgt wie bereits bei den anderen Anker Solix Systemen die Messung der Hausbezüge. Die Grid-CT-Klemmen werden dabei direkt an den Hauptleitungen im Zählerschrank befestigt. Sie ermitteln den aktuellen Bedarf im Haushalt und geben je nach Situation einen Regelbefehl an die Speicher, damit diese bedarfsgerecht ihren Strom in das Hausnetz abgeben.

        Der zweite CT-Kabelbaum ist wichtig, wenn bereits eine Bestands-PV-Anlage im Haus installiert ist. Deren Einspeiseleistungen werden vom ATS beachtet und in die Regelung mit eingebunden. Bestehen Überschüsse, die ins öffentliche Stromnetz abgegeben würden, schalten die Stromspeicher der Anker Anlage auf AC-Ladung und fangen diese ab um sich damit selbst aufzuladen. Auf diese Weise wird keine Energie verschwendet und die Eigenverbrauchsquote der erzeugten Energie steigt an.

        Zu beachten ist allerdings, dass während des Off-Grid-Betriebes die Dritthersteller-PV-Anlage nicht verwendet werden kann, wenn ein Stecker-Kabel zu einem Festanschlusskabel umgebaut wurde. Diese Einschränkung wird durch die Software-Strategie der Solarbank Max (AC) erzwungen, um Sicherheitsrisiken bei Installationen zu vermeiden, die keinen zugelassenen Festanschluss nutzen.

        Registriert die Sensorik einen Spannungsausfall im Stromnetz, trennt der Schalter das Hausnetz allpolig vom öffentlichen Netz und veranlasst den angeschlossenen Speicher, die Spannungsversorgung im Off-Grid-Betrieb zu übernehmen. Sobald das Stromnetz wieder stabil anliegt, schaltet das Modul automatisch auf den regulären Netzbetrieb zurück.

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        Systemkompatibilität und Hardware-Voraussetzungen

          Für die Installation des ATS gibt es einige Vorgaben, die beachtet werden müssen, damit die Ersatzstromversorgung ohne Probleme funktioniert.

          Netzanschluss

          Das auf der IFA vorgestellte Modell AE120GZ0 unterstützt ausschließlich einphasige Netzanschlüsse. Eine dreiphasige Variante wird sicher zu einem späteren Zeitpunkt angeboten.

          Kompatible Stromspeicher

          Unterstützt werden aktuell die Solarbank Max, sowie die Solarbank Max AC

          Kabelgebundene Festverdrahtung:

          Für den Ersatzstrombetrieb ist eine feste Verdrahtung über den hauseigenen AC-Stecker vorgeschrieben (separat erhältlich). Steckbare Verbindungen über Schuko- oder Wieland-Kabel werden von der Betriebssoftware für den Notstrombetrieb mit dem Auto-Switch nicht unterstützt. Während der AC-Stecker bei der Solarbank Max zum Lieferumfang gehört, muss dieser bei der Solarbank Max AC separat erworben werden.

          Datenverbindung / Kommunikation:

          Die Signalübertragung zwischen Auto-Switch und Solarbank erfolgt ausschließlich kabelgebunden über ein RJ45-Kabel (bis max. 100 m Länge). Eine Steuerung via WLAN wird nicht unterstützt.

          Erweiterungen / Zubehör:

          Bei Betrieb einer zusätzlichen PV-Anlage eines Drittherstellers wird ein zusätzlicher CT-Kabelbaum notwendig (separat erhältlich)

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          Technische Daten im Überblick

          • Produktname: Anker SOLIX Backup Auto-Switch (63 A, einphasig)
          • Modell: AE120GZO
          • Nennstrom: 63 A
          • AC-Nenneingang: 230 V AC, 50/60 Hz, CT 40 mA, 2 W CAT III
          • Frequenz: 50/60 Hz
          • Schaltvermögen: 6 kA
          • Stromwandler-Anschlüsse (CT-Ports): 2 (Drittanbieter-PV + Stromnetz)
          • Kompatible Stromwandler: CT 63 A (10 mm)
          • Umschaltzeit: < 20 ms
          • Integrierter Zähler: Ja
          • Kommunikationsanschlüsse: 2× RJ45
          • Energieklasse / USV-Einstufung: Klasse 3 (Class 3)
          • Betriebstemperatur: -30 °C bis 70 °C
          • Abmessungen (H × B × T): 72 × 66 × 98 mm
          • Lebensdauer: 10 Jahre
          • Garantie: 5 Jahre

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          Preise und Verfügbarkeit

            Der Anker Solix Backup Auto-Switch ist für Ende Oktober 2026 (ab 26.10.2026) angekündigt. Der Vorbestellerpreis liegt bei ca. 245,00 € inkl. MwSt.

            Wie eingangs erwähnt, bezieht sich dieser Verkaufsstart zunächst auf den Markt in den Niederlanden. Eine angepasste Version für Deutschland wurde aber bereits erwähnt. (ohne Gewähr)

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            Fazit:

              Der Anker Solix Backup Auto-Switch stellt eine passende Ergänzung für die Solarbank Max Serie dar, um manuelle Umschaltungen bei Stromausfällen durch einen automatischen Prozess zu ersetzen. Die Integration von Netz-Trennrelais und Smart Meter in ein kompaktes Hutschienen-Gehäuse hält den Platzbedarf im Zählerschrank dabei sehr gering.

              Einschränkungen betreffen derzeit die reine Einphasen-Auslegung sowie die Notwendigkeit der festen AC-Verdrahtung. Zudem erfordert die Installation im Elektroverteiler zwingend die Ausführung durch ein Fachunternehmen. Für Betreiber in den Niederlanden mit passendem einphasigen Hausnetz bietet die Komponente eine Möglichkeit zur Automatisierung der Ersatzstromversorgung.

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              Quellen

              1 TAB 2026
              AnkerSOLIX
              AC-Anschluss
              IFA 2026
              Google Gemini

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              4 Kommentare zu „Produktvorstellung: Anker Solix Backup Auto-Switch“

              1. Liebe Herren,
                Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Information.
                Ich habe bereits das Gerät im niederländischen Shop gesehen, da ich in Bayern wohne aber nicht erworben.
                Ich habe selbst einen dreiphasigen ATS vom Elektriker verbauen lassen, doch wirft der wegen des IT Netzes der Solarbank stets den RCD wegen der N PE Brücke.
                Habt Ihr oder andere Mitglieder Erfahrungen oder Ratschläge?
                Herzliche Grüße,
                Martin

                Antworten
                • @martin

                  Hallo Martin!

                  Zitat M. Siegel:

                  „Leider nein, wie genau das Netz aufgebaut wird, ist nicht bekannt. Ohne das man eine SB Max der Max AC durchmessen kann, wird das auch nicht in Erfahrung zu bringen sein. Wichtig auch: Der ATS übernimmt selbst auch überwachende Funktionen. Wie das genau funktioniert – noch keine Info.“

                  Liebe Grüße David! 🙂

                  Antworten
                  • Lieber David,
                    Herzlichen Dank für Deine lieben Worte.
                    Ich habe nicht das ATS von Anker sondern ein rudimentäres dreiphasiges ATS.
                    Auch habe ich „nur“ eine Solarbank 4 E5000, die an das ATS angeschlossen werden soll.
                    Leider wirft es immer den RCD FI beim Umschalten.
                    Mein Elektriker ist verzweifelt, da ihn das IT Netz kirre macht.
                    Der Support hatte empfohlen, eine N PE Brücke zu setzen, aber das hilft nicht wirklich…
                    Habt Ihr Erfahrungen und Ratschläge für mich?
                    Herzliche Grüße,
                    Martin

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