Heute muss man nichts mehr fertig kaufen und kann sehr viel selber machen. Dies macht Spaß und kann Geld sparen. Es kann aber leider auch immer wieder zu Fehlern führen. Manche sind nicht so schlimm, andere können die komplette Anlage in den Abgrund reißen.
Ein Fehler, der richtig teuer werden kann, ist das Verpolen bei selbstgemachten Kabeln. Da PV-Module eine Gleichspannung erzeugen, haben wir hier einen festen Plus- und Minuspol. Die bevorzugten Steckverbindungen sind MC4 bzw. MC4 kompatibel. Diese sind für den Außeneinsatz geeignet und bieten einen festen Sitz. Allerdings können sie auch tückisch sein, wenn man nicht richtig aufpasst.
Wie Ihr Euch davor schützen könnt, bereits verpolte Kabel anzuschließen, möchte ich Euch in dieser kleinen Anleitung zeigen.
Dazu benötigen wir nur ein Multimeter, das auch Gleichspannung messen kann. Normalerweise können das alle. Wichtig ist, dass wir die Bezeichnung für Gleich- (DC) und Wechselspannung (AC) kennen. Nur so können wir unser Multimeter korrekt einstellen.
Ich selbst benutze ein Gerät der Firma Benning. Damit sind wir aber schon im professionellen Bereich. Das muss dafür nicht sein. Ein einfaches reicht aus. Hier* findet Ihr ein günstiges und hier* ein eher professionelleres Multimeter. Für was Ihr Euch entscheidet, liegt ganz bei Euch.
Die Messung mit einem zweipoligen Spannungsprüfer, umgangssprachlich Duspol*, lasse ich aus, da ich ein Multimeter für den Laien für etwas besser geeignet finde. Aber auch das ist absolute Geschmackssache.
Oben rechts, der kleine Schalter, muss auf DC stehen. Die Messleitungen werden den Farben nach angeschlossen. Sind die Buchsen nicht farblich markiert, dann kommt die rote Messleitung in die Buchse mit dem V (für Volt) und die schwarze Messleitung kommt in die Buchse mit der Bezeichnung COM (common).
Bei einem Standartmodul befinden wir uns in einem Spannungsbereich von 30V-50V. Deshalb muss der Messbereich auch dementsprechend gewählt werden. Hier leider schlecht zu sehen 200V. Der Bereich darunter geht nur bis 20V und wäre somit zu klein. Dann sieht man auf dem Display eine Fehlermeldung, welche je nach Gerät anders aussehen kann:
Nachdem das Messgerät einsatzbereit ist, schauen wir uns mal die MC4-Stecker an. Die Bezeichnung MC4 ist ein Markenname der Firma "Stäubli". Dies ist keine allgemeingültige Bezeichnung für die Steckverbindung von Solarmodulen!
Daher ist beim Kauf von Kabeln und Steckern immer darauf zu achten, dass diese MC4 kompatibel sind. Diese Stecker haben sich durchgesetzt und sind daher im Anwenderbereich am meisten verbreitet.
Allerdings, und hier kommt der Haken, hat ein Verbindungskabel immer einen Plus- und einen Minuspol. Dies führt immer wieder zu Problemen, weil es eigentlich unlogisch klingt.
Wenn man aus versehen 2 gleiche Stecker auf ein Kabel crimpt führt das am Ende zur Verpolung. Die Kabel unterscheiden sich nur durch ihre Farbe, gängig sind Rot für + und Schwarz für -, das ist aber kein Muss. Es können auch 2 schwarze Kabel sein. Schaut man sich die fertigen Kabel an, stellt man schnell fest, dass diese identisch sind. Nur muss ich ein Kabel "umdrehen" um es ein mal am Plus- und ein mal am Minuspol anschließen zu können.
Auf den Bildern kann man sehr gut erkennen, was ich meine. Je nach dem, von wo aus die Stecker kommen oder wo sie angeschlossen werden, sind sie unterschiedlich gekennzeichnet. Das muss man sich zwingend bewusst machen.
Die Kabel sind fertig und bereit zum Anschluss. Um nun herauszufinden, ob alles in Ordnung ist, schließen wir die Kabel an den Modulen an. Jetzt gehen wir an das andere Ende, stellen unser Messgerät wie oben beschrieben ein und stecken die rote Messleitung in den Plus und die schwarze in den Minus. Macht das aber bitte nicht bei praller Sonne auf den Modulen. Besser morgens oder abends. Wir brauchen für die Messung nicht volle Leistung. Diese macht es nur gefährlicher.
Der Wert auf dem Display stammt im Beispiel von einer AA Batterie. Diese gibt ebenfalls eine Gleichspannung ab und steht hier für das PV-Modul. Wobei der Wert bei einem PV-Modul natürlich, je nach Modul, deutlich höher ist (>30V).
Seht Ihr ein Minuszeichen (-) auf dem Display, so wie oben, dann habt Ihr die Kabel verpolt. Trennt die Module von den Kabeln, schneidet auf der anderen Seite die Stecker ab und macht sie neu. Diesmal aber richtig rum.
Solltet Ihr diesmal keinen Fehler gemacht haben, steht der Messwert ohne Vorzeichen im Display. Achtet darauf, dass Ihr die Messleitungen gemäß den Polbezeichnungen auch wieder richtig anschließt.
Wenn Ihr die Kabel jetzt an Euren Wechselrichter oder Speicher anschließt, sollte es auch funktionieren.
Wer ganz sicher gehen will, der kauft fertige Kabel* in passender Länge.
Kennt Ihr noch andere Wege, wie man sich vor Verpolung bei selbstgemachten Kabeln schützen kann? Oder habt Ihr das selbst vielleicht schon mal erlebt? Ist dabei etwas passiert? Oder hattet Ihr Glück?
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David | Team Anker.Blog







