Folgender Artikel wurde uns dankenswerter Weise von Matthias Siegel aus der Anker-Community zur Verfügung gestellt.
Hallo Leute,
nachdem wir uns in zahlreichen Beiträgen schon intensiv mit verschiedenen Themen rund um unsere Anlagen beschäftigt haben, möchte ich heute nochmal ein Thema aufgreifen, von dem ich der Meinung bin, dass es gerade in Hinblick auf kommende Generationen von Stromspeichern, allen voran die neue Solarbank 4 E5000 Pro und die Solarbank Max AC, wieder mehr an Bedeutung gewinnen wird. Es geht hierbei nochmals um das Thema „Betreiberverantwortung und deine Sorgfaltspflichten bei BKW und PV-Anlagen“. Dabei will ich in drei Teilen nochmals einen Einblick geben.
Egal, ob man eine große PV-Anlage auf dem Dach hat oder ein kleines Balkonkraftwerk (BKW) am Geländer betreibt – sobald die Anlage läuft, ist man im Sinne des Gesetzes der Anlagenbetreiber. Das bringt nicht nur sauberen Strom und gute Erträge, sondern auch eine rechtliche Verantwortung mit sich.
Was regelmäßig überprüft werden sollte und an welchen besonderen Stellen eine Elektrofachkraft erforderlich wird, soll im folgenden Artikel aufgegriffen und verständlich gemacht werden.
Die rechtliche Basis
Was bedeutet Betreiberverantwortung? Vereinfacht gesagt gilt in Deutschland die sogenannte Verkehrssicherungspflicht. Man ist dafür verantwortlich, dass von der selbst betriebenen Anlage keine Gefahr für andere Personen oder fremdes Eigentum ausgeht. Das betrifft zum einen die konstruktiven Teile der Anlage, wie den Befestigungspunkten an einem Geländer oder Aufständerungen der PV-Module. Auch die Dachschienen mit Modulbefestigung gehören da mit rein. Wohngebäude- oder Haftpflichtversicherungen springen im Schadensfall oft nur dann ein, wenn man nachweisen kann, dass die Anlage ordnungsgemäß betrieben und nicht komplett vernachlässigt wurde. Das beginnt mit der Meldepflicht als formeller Teil. Jede Anlage muss im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert sein. Dazu kommt die Meldung von Stromspeichern gemäß EEG oder nach VDE AR-N 4105 beim Verteilnetzbetreiber.
Der Betreiber-Check: Was sollte selbst regelmäßig geprüft werden?
Nicht für jede Kleinigkeit ist ein Elektriker erforderlich. Durch eine regelmäßige, bewusste Sicht- und Funktionsprüfung können bereits sehr viele Probleme und Fehler im Vorfeld erkannt und verhindert werden. Da unsere Anlagen das ganze Jahr über im Freien stehen und der Witterung ausgesetzt sind, ist hier besondere Aufmerksamkeit geboten.
Ich habe für euch aus diesem Grund eine kleine Checkliste erarbeitet. Vielleicht bietet sie einigen hier in der Gruppe eine kleine Orientierung:
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Die mechanische Sicherheit (Halbjährlich & nach jedem schweren Sturm)
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Montage & Halterung:
Gerade während starker Windböen und Stürme ist jede Konstruktion besonderen Belastungen ausgesetzt. Am einfachsten haben es hier die Nutzer, bei denen der Dachdecker oder Solarteur die Schienen montiert hat. Dieser kann nämlich für eine Konstruktionsfestigkeit garantieren. Alle anderen sollten schauen, dass alle Teile stets gut befestigt sind. Wenn sich die Konstruktion auch bei starkem Rütteln keinen Millimeter bewegt, keine Schraube locker oder verrostet ist, dann hat man dort bereits einiges an ruhigem Schlaf gewonnen.
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Modulverglasung:
Sichtbare Beschädigungen in Form von Hagelschäden oder Rissen in der Verglasung des Moduls sollten mindestens genauer betrachtet werden. Auch wenn ein Riss nur oberflächlich zu sein scheint, können Nässe und Feuchtigkeit in das Modul dringen und dort weitere Schäden anrichten. Im Zweifel sollte hier die Aussage einer Fachkraft mit hinzugezogen werden. Gleiches gilt bei einer bräunlichen oder weißen Verfärbung auf der Oberfläche. Hier könnte neben einer sog. Delamination (Ablösen von Modulbeschichtungen) auch ein Hotspot (Eine stark überhitzte Stelle im PV-Modul) vorliegen.
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Die Verkabelung (Jährlich / Am Stromspeicher min. monatlich)
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Kabelführung:
Kabel sollten möglichst mit UV-beständigen Kabelbindern hochgebunden sein. Zum einen liegt das daran, dass sich gerade auf Flachdächern Staunässe bilden kann, was die Kabel über längere Zeit schädigt. Zum anderen bewegen sich sowohl Stecker als auch die Verkabelung durch Windeinflüsse hin und her. Auf den rauen Böden und Dachziegeln kann es nicht ausgeschlossen werden, dass es zu aufgescheuerten Stellen kommt.
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Sichtprüfung auf Schäden:
Gibt es Beschädigungen an der Isolierung der Kabel, beispielsweise durch Tierbisse oder Quetschungen, sollten diese zeitnah ausgetauscht werden. Auch wenn die Module einzeln oder parallel an den Solarbänken verwendet werden und nur 60 V Kleinspannung anliegt, gilt es vorsichtig zu sein. Denn auch wenn die Spannung selbst nicht so gefährlich ist, fließen sehr hohe Ströme. Diese können an schadhaften Stellen viel Wärme erzeugen und dabei sogar zu Bränden führen.
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Potentialausgleich:
Auch hier sollte geschaut werden, dass die Klemmstellen der Modulrahmen und am Stromspeicher keine Roststellen haben. Auch lockere Verbindungen sind schlecht, da die Schutzfunktion so beeinträchtigt werden könnte. -
Steckvorrichtungen
MC4-Verbindungen sind bei BKW aufgrund der niedrigeren Systemspannung hohen Strömen ausgesetzt. Sind diese zu groß, beispielsweise aufgrund falschen Overpanelings, dann können diese schmoren, schmelzen und ebenfalls Brände verursachen. Die Anlagen müssen zwingend in den im Datenblatt angegebenen Spezifikationen betrieben werden. Schließt man mehrere Module parallel, addieren sich die Ströme auf. Die Summe der auf den Modulen angegebenen Kurzschlussströme (Isc-Wert) darf den Wert eines Eingangs auf keinen Fall überschreiten! Aber auch der Leitungsquerschnitt und die Stecker selbst müssen diesen Strömen dauerhaft standhalten können. Deswegen unbedingt auch einen Blick auf das Datenblatt der Stecker und Kupplungen selbst werfen! Minderwertige und billige Lösungen können über längere Zeiträume zu einer echten Gefahrenquelle werden!
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Die Funktionskontrolle (Monatlich / Laufend)
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Ertragskontrolle per App:
Ein plötzlicher, unerklärlicher Leistungseinbruch ist oft das erste Zeichen, dass ein String oder Modul ausgefallen ist. Glücklicherweise kann jeder Anschluss einzeln in der App betrachtet werden. Beobachtet man dessen Leistungseingang über einen längeren Zeitraum, dann kann man gut erkennen, ob ein Problem mit diesem vorliegt und entsprechend Modul, Leitung und Anschluss prüfen. Wichtig dabei: Nicht jeder Einbruch der Leistung ist gleich ein Fehler. Je nach Einstellungen der Anlage (z.B. Nulleinspeisung) werden die Eingänge unterschiedlich geschaltet. Gleiches gilt auch bei einer Begrenzung der Ausgabeleistung des Speichers. Allerdings sollte man hierbei einen Wechsel bemerken und keine dauerhafte Abschaltung.
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Status-LEDs am Wechselrichter / Speicher
Ein rotes Blinken oder Leuchten an den Speichern ist nie ein gutes Zeichen und weist sowohl am Gerät selbst als auch innerhalb der App auf einen Fehler im System hin. Bei den Solarbänken kann man folgende Faustregel anwenden: Blinkt die linke LED rot, dann liegt ein Problem in der Stromversorgung am Speicher oder am Netzanschluss vor. Blinkt die rechte LED blau, dann ist es ein Problem mit der Kommunikation.
Bei einem Wechselrichter bedeutet das rote Leuchten oft die Auslösung des N/A-Schutzes. Die Anlage sollte auf ein Problem mit der Stromversorgung geprüft werden.
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Verschmutzung & Umfeld:
Liegt zentimeterdick Laub oder Vogelkot auf den Modulen? Das sorgt nicht nur für weniger Ertrag, sondern kann im schlimmsten Fall zu extremen Hotspots führen. Auch der Wechselrichter oder Speicher sollte sauber und staubfrei hängen, damit die Kühlung richtig gewährleistet werden kann. Brennbare Gegenstände und Oberflächen sollten ebenfalls nicht in der Nähe der Geräte sein. Im Falle eines elektrischen Problems könnte sich ein Brand entwickeln und schnell ausbreiten. Das ist zwar aktuell kein alltägliches Problem, allerdings kann es nie vollständig ausgeschlossen werden. Ein weiteres Thema in diesem Zusammenhang ist die Temperatur der Stromspeicher. Zwar haben die Solarbänke eine interne Überwachung, die in der Regel bei spätestens 55 °C - 60 °C abschalten sollte. Allerdings gab es auch schon Vorfälle, bei denen der Speicher deutlich heißer geworden ist als die angegebene Höchsttemperatur. Es sollte bei der Feststellung einer Überhitzung schnell gehandelt und die Aufstellungsbedingungen hinterfragt werden. Die Stromspeicher sollten gemäß Benutzeranleitung nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden!
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Dokumentation und Übersicht
Die Übersicht bei elektrischen Anlagen jeglicher Art ist fundamental wichtig, damit Fehler entsprechend verfolgt werden können.
Bei kleineren BKW ist das vielleicht kein Problem. Je mehr Komponenten allerdings zum Aufbau einer Anlage dazugehören, desto mehr Fehlerquellen bekommt man aber auch. Deswegen ist es ratsam, sich von seiner Anlage je nach Größe eine Dokumentation anzufertigen und diese auch aktuell zu halten. So kann man später sofort erkennen, wo man am besten anfängt, nach Fehlern zu suchen. Bei großen PV-Anlagen kommt diese Dokumentation dann natürlich vom Installateur.
Ich hoffe, dass euch dieser erste Teil einen kleinen Einblick darüber geben konnte, wie wichtig die Anlagenwartung und -prüfung eigentlich ist. Jeder kann einen großen Teil dazu beitragen, dass seine Anlage auch in Zukunft noch viele Erträge liefern kann. Im nächsten Teil werden wir das Augenmerk auf die fachliche Prüfung legen und uns anschauen, wann wirklich der Fachmann das Anlagenproblem angehen sollte.
Fotoquelle: Gemini
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David | Team Anker.Blog



