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David Pochstein
(@david)
Mitglied Redakteur
Beigetreten: vor 2 Jahren
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Themenstarter  

Folgender Artikel wurde uns dankenswerter Weise von Matthias Siegel aus der Anker-Community zur Verfügung gestellt.

Notstrom Deck

 

Hallo Leute,

heute möchte ich mal auf ein Thema zurückgreifen, welches vielen von uns spätestens seit den großen Stromausfällen von Spanien 2025 und Berlin Anfang dieses Jahres durch den Kopf schwirrt: Was mache ich eigentlich bei einem längeren Blackout - funktionieren meine Solarbank-Systeme weiterhin und was kann man tun, um vorzusorgen?

Die gute Nachricht gleich zu Beginn: Einen richtigen Blackout, also eine dauerhafte und großflächige Unterbrechung der Stromversorgung, gab es in Deutschland so bisher nicht und ist aufgrund unseres sehr redundant aufgebauten Versorgungsnetzes auch nicht sehr wahrscheinlich.

Die Bundesnetzagentur veröffentlicht jährlich einen Bericht zur Versorgungssicherheit, in dem unter anderem auf die durchschnittliche "Nichtverfügbarkeit von Elektrizität je Letztverbraucher" eingegangen wird. Im Jahr 2023 betrug diese Zeit noch 12,8 Minuten, sank aber bereits 2024 auf 11,7 Minuten. Man kann davon ausgehen, dass sich dieser Wert auch im Jahr 2025 weiter verringern wird u.a. auch durch die steigende Anzahl an dezentralen Versorgungssystemen.

Trotzdem haben die jüngsten Vorfälle gezeigt, dass man ohne Energie schnell Probleme bekommen kann.

 

  1. Was passiert mit meinen Anker Anlagen während eines Stromausfalls?

Die Wechselrichter in den Anker Systemen besitzen einen sog. N/A-Schutz (Netz-und Anlagenschutz). Das bedeutet, dass sie so aufgebaut sein müssen, dass sie sich bei fehlender Verbindung zum öffentlichen Stromnetz; Änderungen der Netzfrequenz und bei Über-sowie Unterspannungen innerhalb von 200 ms abschalten müssen und eine Netztrennung durchführen (DIN VDE 0124-100 + VDE-AR-N 4105).

Diese Werte werden geprüft und sind im N/A-Zertifikat der Anlagen hinterlegt.

Auch bei Arbeiten am öffentlichen Versorgungsnetz müsst ihr euch also keine Gedanken machen, dass trotzdem etwas eingespeist wird. Werden Notstromgeneratoren vom Versorger bei längeren Arbeiten und Ausfällen verwendet, werden dessen Ausgaben so angepasst, dass sich BKW i.d.R. nicht darauf synchronisieren können und abgeschaltet bleiben.

 

  1. Kann ich meine Speicher trotzdem zur Versorgung nutzen?

Ja, das geht. Die Solarbank 2 Pro und AC, sowie die Solarbank 3 Systeme bieten eine integrierte Notstromsteckdose an. Je nach Gerät kann diese zwischen 1000-1200W abgeben. Dabei ist zu beachten, dass viele Geräte höhere Einschaltströme bewirken, die dafür sorgen können, dass man diese Limits überschreitet, wenn man nicht aufpasst. In diesem Fall wird der Eingang kurz abgeschaltet und eine Fehlermeldung ausgegeben [Fehler 91].

BILD1 Fehler 91 Überlastung außerhalb des Netzes

 

Bei der Solarbank 3

ist es möglich, dass die Off-Grid-Steckdose nicht sofort eingeschaltet ist. In diesem Fall kann man das in der Anker App (unter Geräte->SB3 -> Zahnrad-> Einstellungen des Netzunabhängigen Anschlusses) vornehmen.

BILD2 SB3 Netzunabhängiger Ausgang

 

 

Mithilfe der Steckdosen sollten sich kleinere Verbraucher und auch Kühlschränke o.ä. betreiben lassen, solange Energie im Speicher verfügbar ist.

 

  1. Notstromversorgung mit Powerstations

Alternativ zur Nutzung der Solarbanksysteme, kann man auch Powerstations mit in das eigene Zuhause integrieren. Anker bietet in diesem Bereich mehrere Produkte an, die zwar vorrangig für Camping und Outdoor-Aktivitäten gedacht sind, sich allerdings auch hervorragend für den Aufbau einer Notstromlösung für kritische Verbraucher anbieten.

Eine Powerstation ist ein tragbarer Energiespeicher, der eine größere Leistungsabgabe für die Versorgung eines oder mehrerer Verbraucher(s) hat. Oft kommen dafür diverse USB-Anschlüsse, aber auch Schuko-Steckdosen zum Einsatz.

Die Abgabeleistung und Kapazität variieren dabei sehr stark. Während beispielsweise eine Anker Solix C300 mit einem 288Wh Akku bestückt ist, und Geräte bis 300W (600W Spitze) versorgt, kann man mit einer F3000 mit 3,072 kWh Akku sogar bis zu 3,6 kW ausgeben.

BILD3 Powerstation F3000

 

Mit einer oder mehrerer F3800 Systeme gibt es (derzeit nur in den USA) sogar die Möglichkeit einer kompletten Back-Up Lösung. Das Praktische an diesen Geräten ist ihr sehr kompakter Aufbau und die USV-Funktion (Unterbrechungsfreie Spannungs-Versorgung). Mit Umschaltzeiten von 10-20ms je nach Modell würde man den Stromausfall erstmal gar nicht bemerken.

Damit lässt sich schon einiges anstellen: Die Versorgung von WLAN-Router, med. Geräten, Smartphone u.v.m. wäre gar kein Problem.

Um Beleuchtung müsste man sich ebenfalls keine Gedanken machen. Idealerweise haben viele der Speicher bereits eine eigene Beleuchtung integriert. Allein mit einer C300 könnte man durchgehend fast 99h eine sehr helle LED-Beleuchtung nutzen.

BILD4 Powerstation C300 Beleuchtung

 

Bei den größeren Speichern entsprechend mehr. Auf diese Weise ließe sich theoretisch ein ganzes Netzwerk Zuhause aufbauen, um im Stromausfall gerüstet zu sein. Kombiniert mit smarten Steckdosen könnte man ebenfalls eine Überschussladung über die Solarbank-Systeme realisieren, um überschüssige Energie gleich sinnvoll zu nutzen. Vor allem in Mietwohnungen zeigen sich dabei die Stärken der kleinen AC-Speicher (die übrigens auch nicht meldepflichtig sind).

 

4. Grenzen der Systeme

Aufgrund des modularen Aufbaus kann man jederzeit seine Speicherkapazitäten an seine persönlichen Bedürfnisse anpassen. Bereits ein voll ausgebautes Solarbank 3 System käme auf über 16 kWh. Das haben viele große Heimspeicher nicht einmal.

Wie viel Speicher man aber wirklich benötigt, ist schlussendlich sehr subjektiv.

Um eine passende Größe zu ermitteln, müsste man sich zunächst ausrechnen, wie hoch die Leistung aller Verbraucher ist, die man im Stromausfall noch nutzen möchte. Geht man beispielsweise von 200W Gesamtleistung aus, würden diese Geräte den Akku pro Stunde mit 0,2 kWh belasten; pro Tag müsste ein Akku für diese Versorgung mindestens 4,8 kWh Kapazität besitzen. Für drei Tage wäre man dafür schon bei 14,4 kWh, also fast ein ausgebautes SB3-System, wie oben erwähnt. Die eigene Absicherung hat demzufolge auch seine Grenzen. Man wird feststellen, dass man eine solche Gesamtleistung recht schnell erreicht. Allerdings gibt es einen Vorteil, den Notstromgeneratoren nicht haben: Es kann über die eigene PV-Anlage stetig Leistung nachgeliefert werden. Mit einer ausreichend großen Dachanlage und günstigen Verhältnissen könnte man also tatsächlich eine lange Zeitspanne überbrücken. Der Nachteil ist hier aber auch offensichtlich. Denn man ist stets abhängig von den örtlichen Wetterverhältnissen. Und gerade im Winter wird eine solche Versorgung noch schwieriger.

 

5. Zukunftsaussichten

Um eine eigene Absicherung auch im Winterbetrieb und/ oder bei schlechten Witterungsverhältnissen zu bekommen, sind die Solarbänke ab der Solarbank 2 AC in der Lage, sich auch mit Wechselstrom aus dem Netz aufzuladen. Gibt es eine amtliche Warnung, z.B. vor einem Schneesturm, bietet es sich an, die Speicher entsprechend aufzuladen, um bei Problemen gewappnet zu sein.

In den Vereinigten Staaten wird bereits eine Art Katastrophenwarnung in Zusammenarbeit mit den Anker-Systemen angestrebt. Damit erhält man nach Auswertung der Wetterdaten und des Katastrophenschutzes per Meldung in der App die Möglichkeit, seine Anlagen mit einer kurzen Bestätigung darauf vorzubereiten.

Erst vor kurzem hatte die Anker Solix E10, ein Heim-Backup-System, seinen Launch feiern dürfen.

BILD5 Anker Solix E10 Übersicht 2

 

Zwar ist das Gerät vorerst nur in den USA zu erwerben, allerdings bekommt man dadurch auch einen Einblick, wo die Reise hingeht. Die E10 ist ähnlich unseren Solarbänken ein großer Energiespeicher mit ca. 6 kWh Kapazität pro Akkumodul (Maximal 30,7 kWh pro Stack), welches aber über ein spezielles Power Dock Pro bis zu 7,7 kW kontinuierlich in das Hausnetz bei Blackout abgeben kann.

BILD6 Anker E10 App

 

Im sog. „Turbo-Modus“ sind sogar bis zu 10 kW für 90 Minuten möglich. Da eine solche Installation natürlich sehr speziell ist, muss dafür ein Fachmann ran.

Als Erweiterung des ohnehin schon großen E10-Speichers hat man einen dazugehörigen Notstromgenerator vorgestellt. Dieser soll neben PV- und Akkuenergie die dritte Säule der autarken Versorgung bilden. Der Smart Generator 5500 setzt auf Benzin, Flüssiggas (LPG) und Erdgas (NG) als Energiequelle. Ziel ist es mit diesem Generator den Speicher im Notfall zusätzlich aufladen zu können.

BILD7 Smart Generator 5500 App

 

Ähnliche Konzeptideen soll es auch für den europäischen Markt geben. Lassen wir uns mal überraschen, was in den kommenden Monaten und Jahren dazu entwickelt wird.

 

Falls noch Fragen oder Anmerkungen offen sind, dann bitte ich euch diese wie immer in den Kommentaren unterhalb des Beitrags zu posten. Sicher können diese hier ebenfalls noch geklärt werden. Gerne nehme ich wie immer auch Anregungen für künftige Themen auf.

 

Ansonsten wünsche ich euch trotz des bescheidenen Wetters eine gute Zeit mit möglichst vielen Erträgen 😊

 

Quellen:

Bundesnetzagentur

Priwatt

AnkerSOLIX

Wikipedia

Wikipedia

Gemini (Bilderstellung)


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David | Team Anker.Blog


   
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