Hallo Anke-Blog Forengemeinde,
das Thema Balkonkraftwerk waberte immer mal wieder in meinem Kopf rum. Habe mich damit nun mal mehr beschäftigt und mir stellen sich folgenden Fragen, wo ich hoffe, dass der ein oder andere eine Idee dazu hat. Ich würde gerne eine (Anker SOLIX Solarbank 3 E2700 Pro mit Solarbank 3 E2700 und 2 Solarpanelen Typ 455Wp IBC) installieren.
Auf dem Haus besteht bereits seit über 10 Jahren eine kleine Solaranlage, diese ist jedoch vom Vermieter (Familie).
- Kann ich, bei einer bereits bestehenden Anlage, überhaupt eine Balkonkraftwerk in Betrieb nehmen?
- Muss das Balkonkraftwerk eine separate Stromleitung bekommen? Welcher Kabeldurchmesser wird hierfür benötigt?
(NYM-J 3x1,5 mm², NYM-J 3x2,5 mm² oder NYM-J 3x4 mm²) - Reicht hier ein Leitungsschutzschalter (16A) oder muss ein zusätzlicher FI-Schutzschalter verbaut werden?
- Da für den Anschluss eine neue Steckdose gesetzt werden soll, nehme ich eine Schuko oder eher eine Wieland (zukunftssicherer?)
- In der Bedienungsanleitung konnte ich diese Infos leider nicht finden. Auch steht in der Bedienungsanleitung „Stellen Sie die Module nicht in der Nähe von direkter Sonneneinstrahlung auf“. Der Ausstellungsort wäre ja dann der Balkon, da scheint am Tag für ein paar Stunden schon die Sonne hin. Wenn ich hier die Produktbilder auf der Homepage ansehe, da ist das Setup direkt an einer Hauswand installiert, da scheint doch die Sonne mehr fast den ganzen Tag drauf. Ist das nicht ein Widerspruch?
Das würde schon helfen, da ich soweit gerne alles schon einmal selbst besorgen, verlegen und vorbereiten möchte, dass nur noch der Elektriker zum anklemmen kommen muss.
Danke schon einmal und einen restlich schönen Feiertag
Hallo und herzlich Willkommen.
Ich will mal versuchen, die Fragen zu beantworten.
- Ja auch zu einer bereits bestehenden Solaranlage kann man ein Balkonkraftwerk zusätzlich betreiben. Diese Konfiguration ist nicht selten. Allerdings ist pro Strom-Zähler des Netzbetreibers nur ein Balkonkraftwerk erlaubt. Aber eine "große" Solaranlage und ein Balkonkraftwerk das geht auch.
- Da sich die Kabel-Meter-Preise hier nicht sehr viel nehmen und die Verlegearbeit / der Arbeitsaufwand, egal welcher Kabelquerschnitt benutzt wird, der gleiche, würde ich 3 x 2,5 mm² nutzen.
- Es reicht für die Steckdose an der die Anlage zum einspeisen angeschlossen wird, ein einfacher Leitungsschutzschalter 16 A.
- Der Punkt ist eigentlich klar der Schuko Steckdose zuzuordnen. Da aber im Moment wieder das Anschlussthema aufkommt / aufflammt würde ich doch zur Wieland Dose tendieren. Aber ACHTUNG, ich weiß nicht, ob der Solarbank 3 ein entsprechendes Anschlusskable beiliegt, da bitte vorher Sachkundig machen.
- Der Text (aus der Bedienungsanleitung) scheint in der Tat ein wenig merkwürdig zu sein. Wie soll denn ein Solarpaneel, Strom produzieren, wenn es nicht der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt ist. Auch hier gibt es ein aber, je höher die Temperatur der Paneele je mehr fällt die Leistungsausbeute. Das kann man wenn man danach googelt auch recht gut nachlesen, dazu gibt es tausend und einen Bericht.
Sodele, sollte ich was übersehen haben, bei den Antworten dann ruhig noch mal fragen.
Gruß
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Micha | Team Anker.Blog
Leider ist es nicht in allen Punkten so einfach:
1. Bekommst Du eine Einspeisevergütung? Dann muss das abgeklärt und nachgemeldet werden. Kannst Du nicht allein machen. Geht wieder über Firma. > Zusatzkosten beachten! Der grundsätzlichen Installation steht aber nichts im Weg.
2. 2,5mm² auf jeden Fall. Damit können auch höhere Leistungen ins Haus eingespeist werden.
3. Ein einfacher LS reicht NICHT aus. Da es sich um einen Endstromkreis handelt, muss ein RCD eingebaut werden. Wenn Du einen "sensiblen" Elektriker erwischst, dann verlangt der einen gleichstromsensitiven RCD. Der schlägt dann mit ein paar hundert Euro zu Buche.
4. Wenn Du einen Endstromkreis ziehst, dann würde ich keine Einspeisedose nehmen, sondern den Festanschluss wählen. Damit bist Du alle Probleme los. Ja, das Anschlusskabel von Anker muss umgebaut (Stecker entfernt) werden. Da das aber eine Fachkraft macht, muss auch ein Mess- und Prüfprotokoll erstellt werden. Durch dieses bleibt die Garantie erhalten. Ist etwas am Festanschluss, haftet der Installateur für 5 Jahre mit Seiner gewerblichen Versicherung.
Und rein zur Info: Stand heute (19.06.2025) ist die Schutzkontaktsteckdose NUR geduldet. Empfohlen wird Wieland oder Festanschluss. Willst Du die vollen 1200W der SB3 Pro nutzen, kommst Du um den Festanschluss nicht herum. Da reicht auch Wieland nicht mehr.
5. Sowohl Kopf- als auch Zusatzspeicher können in der Sonne stehen, da sie sich automatisch abschalten, wenn es zu warm wird. Ich würde es trotzdem nicht machen. Wenn es nicht anders geht, würde ich für Schatten sorgen. Das fängt bei einem Sonnenschirm an und hört bei einer selbstgebauten Umhausung mit Solarlüftern, die auf die Kühlrippen drücken, auf.
Achtung: Keine Rechtsberatung!
Liebe Grüße David! 🙂
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David | Team Anker.Blog